#STAY#HOME# – Wie gestalte ich den Alltag mit meinem Kind (2 -10 Jahre) in Zeiten von Corona

Spätestens seit in Deutschland die Kinderbetreuungsstätten schließen mussten, ist die Ernsthaftigkeit der Corona Krise vollständig in unserem Alltag und in unserem Bewusstsein angekommen.

Nie erlebte Szenarien von Krankheit und Tod durch ein unsichtbares Virus belasten uns. Anders als bei anderen Krisen können wir dabei kaum auf das Erfahrungswissen der älteren Generationen zurückgreifen. Unser Gesundheitswesen, Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt wir mit der Betreuung unserer Kinder stehen vor vollkommen neuen Herausforderungen.

Wie lässt sich mit all den einschneidenden Veränderungen umgehen? Wie finden wir gestärkt aus der Krise?

Was jetzt gefragt ist, sind vor allem Kraft, Mut, Solidarität und die Aufrechterhaltung von Werten und Normen. Darüber hinaus sollte sich jeder ganz klar zu positionieren, um den Alltag mit seiner Familie nicht in eine Abwärtsspirale abgleiten zu lassen. In dieser schweren Zeit, die geprägt ist von Existenz-Verlustängsten sowie der Sorge um die Gesundheit von Familie und Freunden, dürfen Sorgen keine überdimensionale Ausmaße annehmen und das eigene Handeln lähmen. Tage, die von Antriebslosigkeit und einem „sich Ergeben“ geprägt sind, helfen niemandem weiter – am wenigsten uns selbst.

Doch wie gelingt das? Das Zauberwort der Stunde nennt sich Resilienz, das auch als das „Immunsystem der Psyche“ zu übersetzen ist. Menschen mit einer gut ausgeprägten Resilienz besitzen die Gabe, sich schnell in schwierigen Situationen zurechtzufinden. Sie sind bereit, ihr Leben aktiv selbst zu gestalten und sich nicht ihrem Schicksal zu ergeben. Sie nehmen Herausforderungen als Chance an, weil sie zum Leben und Sein dazugehören und weil sie erkennen, dass Krisen auch die Möglichkeit bieten, an ihnen zu wachsen.

In diesem Sinn geht es in diesem Blog um die produktive, aktive Gestaltung des Alltags mit Kindern in der Zeit von Ausgangsbeschränkungen und anderen Maßnahmen, die unser Leben maßgeblich beeinflussen.

1. Das Wichtigste zuerst: Klären Sie Ihre Kinder über das momentane Geschehen und sämtliche Verhaltensregeln, die während der Corona Krise zu beachten sind, altersentsprechend auf. Kinder dürfen nicht im Ungewissen bleiben, denn dies schürt falsche Vorstellungen und diffuse Ängste. Nur wenn Ihre Kinder wissen, was sie tatsächlich erwartet, haben sie die Möglichkeit, die neue Situation zu verstehen und anzunehmen. Auf diese Weise gewinnen sie die dringend benötigte Sicherheit.

2. Tauschen Sie sich nicht mit anderen Personen über Neuigkeiten betreffend Corona aus, wenn Ihre Kinder in der Nähe sind. Sämtliche Gespräche hierüber sind nicht für Kinderohren bis zu einem Alter von mindestens acht Jahren bestimmt.

3. Wie schaffen Erzieherinnen und Erzieher es nur, einen ganzen Tag mit bis zu 25 Kindern zu meistern? Diese Frage stellen sich derzeit wohl viele Eltern. Die Antwort darauf ist wiederum der Schlüssel zu einem harmonischen Familienalltag auch in der Krisenzeit: Organisieren Sie den Tag mit einem klar strukturierten Ablauf mit festen Regeln und regelmäßig wiederkehrenden Ritualen. Experten sind sich einig, dass für Kinder ein altersentsprechendes Gerüst aus sinnvollen Vorgaben die notwendige Sicherheit, das Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit vermittelt.

4. Innerhalb dieses festen Rahmens benötigen Kinder wiederum Freiräume zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Aus Langeweile, die heute die meisten Kinder gar nicht mehr erleben dürfen, können die kreativsten Ideen entstehen!

5. Planen Sie Ihren individuellen, auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder abgestimmten Tagesplan jeden Morgen gemeinsam. Der Einbezug aller sorgt für die größtmögliche Akzeptanz bei der Umsetzung von getroffenen Absprachen.

6. Basteln Sie sich mit Ihren Kinder einzelne Bilder-Modulkarten, mit denen Sie den Tagesablauf im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar machen können. Mögliche Themenbereiche können sein:

HOMEOFFICE

FRÜHSTÜCK / MITTAGESSEN / ABENDESSEN

FREISPIEL

GEMEINSAME HAUSARBEIT

MEDIENZEIT

VORLESEZEIT

RUHEZEIT

BONUSKARTE KIND (Platz für einen spontanen Wünsch: z.B. Knuddelzeit)

BONUSKARTE ELTERN

BEWEGUNG

AUFENTHALT IN DER NATUR

GEMEINSAME SPIELZEIT

DUSCHEN

GUTE NACHT

Die einzelnen Modulkarten sollten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern gestalten (malen, bekleben, ausschneiden) und anschließend auf Pappe kleben oder, noch besser, laminieren. Wichtig ist dabei, dass Ihre Kinder die Motive zuordnen können und wissen, was die jeweilige Karte bedeutet.

Fertigen sie zusätzlich Kärtchen mit Uhrzeiten an, sodass die einzelnen Modulkarten für einen verbindlichen Tagesplan auf die jeweilig verfügbaren Uhrzeiten gelegt werden können.

7. Achten sie bei der konkreten Planung darauf, dass bestimmte Modulkarten immer wieder zur gleichen Uhrzeit platziert werden z.B.: 19:00 Uhr – Vorlesezeit. Auf diese Weise schaffen Sie Rituale.

8. Sinn und Zweck dieser Modulkarten ist ihre Einhaltung. Lassen Sie sich im Laufe des Tages daher nicht mehr auf Diskussionen ein. Anfängliche Probleme sind völlig normal und erübrigen sich bei einer konsequenten Umsetzung mit der Zeit von selbst. Mithilfe des Plans schaffen Sie sich auf diese Weise dringend notwendige Freiräume.

9. Nutzen Sie die gemeinsame Zeit mit Ihrem Kind, um es in seiner Selbstständigkeit zu fördern. Gerade jüngere Kinder sind sehr stolz darauf, Dinge allein bewältigen zu können. Beziehen Sie z.B. Ihr Kind in die Hausarbeit mit ein oder bringen Sie gemeinsam die Fahrräder in Schuss. Was Sie auch immer vorhaben, orientieren Sie sich dabei am Entwicklungsstand Ihres Kindes. Sie werden ein Kind erleben, das an seinen Aufgaben wächst und ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt.

10. Achten Sie immer auf Ihre Vorbildfunktion. Eine unordentliche Umgebung, Nachlässigkeiten bei der Körperhygiene und bei der Auswahl ihrer Kleidung, ein scharfer Ton, Schimpfereien und Unzufriedenheit übertragen sich postwendend auf ihr Kind. Ihr Kind spiegelt Ihre Stärken und Schwächen!

11. Zum Schluss noch ein wichtige Bitte: Beziehen Sie bewusst gerade die Generation von Menschen ein, die es in Corona-Zeiten besonders zu schützen gilt. Opas & Omas freuen sich jetzt besonders darüber, mit ihren Enkeln in Kontakt zu treten. Ob über Skype, WhatsApp mit Videoanruf oder durch das Verschicken eines gemalten Bildes – nutzen Sie die modernen technischen Möglichkeiten! Vielleicht haben Oma und Opa auch Lust, eine Geschichte am Telefon vorzulesen?

Ich wünsche ihnen viel Spaß bei der Umsetzung & eine gesunde und harmonische Familienzeit!

Jessica Hobler, B.A. Frühpädagogik Leitung und Management

Miteinander statt gegeneinander – Wie Familien richtig streiten

Wer mit anderen Menschen zusammenlebt, weiß: Ohne Konflikte geht es selbst oder gerade im Alltag nicht. Überall dort, wo unterschiedliche Meinungen und Haltungen aufeinandertreffen, wird diskutiert und zuweilen heftig gestritten. Streiten ist daher unvermeidbar und gehört zum Leben.

In Familien mit Kindern kommt dabei eine besondere Dynamik hinzu. Je nach Entwicklungsstufe des Nachwuchses und seiner altersentsprechenden Art, Grenzen zu testen, ändern sich die typischen Konfliktfelder. Insbesondere die Pubertät, in der die Jugendlichen sich von uns als Eltern lösen und nicht selten über die Stränge schlagen, bietet reichlich Anlässe für Auseinandersetzungen.

Und damit nicht genug… Auch als Paar kommen wir immer wieder in Streitsituationen und stehen früher oder später nicht zuletzt vor der Frage, ob wir diese vor unseren Kindern austragen sollten.

Kurz gesagt: Streiten ist einerseits normal – und andererseits wenig beliebt. Wer streitet schon gerne? Unser Streben nach Harmonie sorgt dafür, das wir Streits so oft wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Allzu leicht geraten dabei die Chancen in Vergessenheit, die in Konflikten liegen. Wenn wir Streits konstruktiv angehen und ihr Potenzial nutzen, können wir und unsere Kinder an ihnen wachsen und die Basis für ein erfülltes Familienleben schaffen. Wie du eine positive Streitkultur in deiner Familie etablieren kannst und worauf es bei einem guten Konflikt ankommt, erfährst du in den nächsten Abschnitten.

Wie streiten wir richtig?

Genau wie in anderen Bereichen gilt auch beim Streiten: Kinder lernen am Modell. Die Art und Weise wie in deiner Familie mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen wird, prägt das Verhalten deiner Kinder daher auch in anderen Kontexten und beeinflusst sein zukünftiges Konfliktverhalten.

Aus diesem Grund sollten wir als Eltern stets als gutes Vorbild vorausgehen und unseren Kinder vorleben, wie ein kultivierter Streit aussehen kann. Streitest du konstruktiv und wertschätzend mit deinem Partner oder Freunden, kann dein Kindern dabei durchaus Zeuge sein. Auf diese Weise lernt es, wie sich ein Streit aufbaut, wie man mit der Meinungsverschiedenheit umgeht und wie man im Idealfall am Ende eine gemeinsame Lösung findet.

Keine gute Idee ist es neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge hingegen, Streitigkeiten mit dem Partner bewusst vor den Kindern zu verheimlichen. Sie spüren die „dicke Luft“ schon, wenn sich der Streit unterschwellig aufbaut und geraten unweigerlich unter Spannung. Bekommen die Kinder die Austragung und Lösung des Konflikts dann nicht mit, können sie schnell falsche Schlussfolgerungen ziehen und lernen zudem nicht, wie man mit einem Konflikt umgeht. Im schlimmsten Fall entsteht bei den Kindern der Eindruck, sie wären der Grund für den Streit oder sie folgern, dass die Stabilität der Familie bedroht sei.

Lebst du bzw. lebt ihr euren Kindern dagegen regelmäßig vor, wie man Konflikte konstruktiv und wertschätzend löst, profitiert davon das ganze Familienleben. Ihr lernt die hintergründigen Bedürfnisse der anderen kennen, findet heraus, was gerade nicht gut läuft und entwickelt euch als Familie kontinuierlich weiter.

Ganz anders sieht es aus, wenn Konflikte um des vermeintlichen Friedens willens häufig heruntergeschluckt werden. Dann ist nicht nur kein ehrliches Zusammenleben möglich, sondern früher oder später folgt allzu oft der große Bruch, wenn sich die lange aufgestaute Spannung mit einem Schlag entlädt.

Auf den Punkt gebracht: Solange Streits eine produktive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen Einzelner nach sich ziehen, sind sie gut für das Zusammenleben und zeigen deinen Kindern zugleich, wie sich Konflikte konstruktiv lösen lassen.

Strategien für eine wertschätzende Streitkultur

Möchtet ihr eine solche Streitkultur in eurer Familie schaffen, helfen folgende Tipps und Fragen zur Selbstreflexion:

  • Sind wir momentan in der richtigen Verfassung, um zu einer guten Lösung zu kommen oder sollten wir die Klärung des Konfliktes auf einen späteren Zeitpunkt verschieben? Wenn ja: Wann ist dieser Zeitpunkt? Legt einen verbindlichen Termin fest!
  • Berücksichtigt dabei eure unterschiedlichen Bedürfnisse bei einem Konflikt. Von „Ich möchte gleich darüber sprechen“ über „Ich brauche erstmal Zeit“ bis hin zu „Ich brauche Raum, um mich vorübergehend zurückzuziehen“ gibt es verschiedenste Vorlieben im Umgang mit Konflikten. Wenn möglich, solltet ihr diese berücksichtigen.
  • Tretet einen Schritt zurück und fragt euch: Warum streiten wir gerade? Worum geht es uns wirklich?
  • Auch wenn es manchmal schwerfällt: Bleibt bei den Fakten und vermeidet nicht zutreffende Verallgemeinerungen. Selten tritt ein Verhalten „immer“ „nie“ oder „ständig“ auf.
  • Benutzt Ich-Aussagen. Testet, ob eurer Streitpartner nicht positiver reagiert wenn er oder sie statt dem vorwurfsvollen „Du“ ein persönliches „Ich“ hört.
  • Lasst das Wort „nicht“ weg. Die Gehirnforschung hat schon vor längerer Zeit bewiesen, dass unser Gehirn das Wort „nicht“ häufig kaum wahrnimmt und es aus vielen Aussagen einfach weggefiltert. Wenn ihr eurem Kind also nahelegt, auf dem Weg zur Schule „nicht herumzutrödeln“, dann wird es höchstwahrscheinlich nur das Wort „trödeln“ im Kopf behalten und erst recht langsam laufen.
  • Streitet in normaler Lautstärke. Schreien hilft weder euch noch eurem Gegenüber.
  • Bringt eure Emotionen auf angemessene Art und Weise zum Ausdruck. Im Gegensatz zu einem verbreiteten Irrglauben ist Fluchen per se nicht schlimm und durchaus emotional entlastend – solange der andere dabei nicht verletzt wird. Eure Aussagen sollten sich daher nur auf die Sache beziehen (z.B.: „Dieser Mist macht mich so wütend!“).
  • Vermeidet Beleidigungen und persönliche Angriffe. Dieser Punkt hängt stark mit dem vorherigen zusammen. Seid ihr auf dieser verletzenden Ebene angelangt, ist eine einvernehmliche Konfliktlösung kaum noch möglich.
  • Haltet Abstand. Jede Körperlichkeit ist im Streit tabu.
  • Streitet respektvoll und hört einander zu. Hilfreich sind dabei Fragen wie „Verstehe ich dich richtig, dass … ?“
  • Reflektiert euer eigenes Verhalten: War ich immer fair? Habe ich mich richtig verhalten? Warum trifft mich das gerade so? Warum reagiere ich so stark?
  • Antwortet sachlich auf Argumente und Vorwürfe.
  • Achtet darauf, wann ihr nur noch auf der emotionalen Ebene kämpft und die Tatsachen aus den Augen verliert. Dann ist es an der Zeit, die Diskussion vorübergehend zu beenden und sich zunächst innerlich „abzukühlen“, bevor ihr einen neuen Versuch startet. Streitet ihr stattdessen trotz hochkochender Emotionen weiter, wird eurer Konfliktpartner ebenso emotional reagieren und persönliche Beleidigungen werden immer wahrscheinlicher.
  • Blickt mit einer neuen Sichtweise auf festgefahrene Konflikte. Ihr streitet als Team über die gemeinsame Sache, statt den anderen zu bekämpfen.
  • Wechselt die Perspektive. Wie fühlt sich dein Gegenüber gerade? Wie würdet ihr euch an seiner bzw. ihrer Stelle fühlen?
  • Sucht nach gemeinsamen Wünschen und Ideen: Was wünschst du dir von mir? Was wünsche ich mir von dir? Was wünschen wir uns gemeinsam für die Zukunft?
  • Entschuldigt und versöhnt euch. Um den Streit endgültig hinter sich zu lassen, kann ein festes Versöhnungsritual in der Familie helfen. Besonders für Kinder ist dieses Ritual oftmals enorm wichtig, um wieder zum gewohnten Alltag übergehen zu können.
  • Holt euch professionelle Hilfe, wenn ihr alleine nicht weiterkommt. Familienberatungsstellen sind die richtige Anlaufstelle, wenn ein Streit zu eskalieren droht. Hier findet ihr Experten, die euch helfen, wieder zueinander zu finden.
  • Und nicht zuletzt: Vorbeugen ist auch beim Streiten besser als Heilen. Wenn ihr im Vorfeld klären könnt, was jedes einzelne Familienmitglied braucht, fällt es euch im Konfliktfall leichter, auf eben diese Bedürfnisse einzugehen und einen gemeinsamen Weg zu finden. Auf dieser Basis findet ihr wesentlich einfacher zu einem wertschätzenden und entspannten Gesprächsklima.

Anmerkung: All diese Punkte gelten sowohl für den Streit mit dem Partner als auch für Konflikte mit den Kindern.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Umsetzung!

Eine Reise zu unserem Ego

Inspiriert von einem Vortragsabend von Eckhart Tolle schreibe ich heute über ein Thema, mit dem wir uns als Eltern in der Regel nicht gerne beschäftigen: der Frage nach unserem Ego in Bezug auf die Elternschaft.

Vorab möchte ich klarstellen, dass dieser Beitrag dich keineswegs belehren soll. Stattdessen möchte ich zum Nachdenken anregen und neue Wege eröffnen, wie wir unsere Elternrolle auch in diesem Punkt mit uns selbst im Reinen füllen können. Heute bin ich unheimlich dankbar, dass ich meine Kinder auf Augenhöhe begegnen kann und sich unsere Beziehung auf unterschiedliche Art transformiert hat. Genau dazu möchte ich dir Impulse geben.

Warum sind wir eigentlich Eltern geworden?

Hast du dich schon mal gefragt, warum ihr Kinder habt? Was war der wichtigste Grund für diese weitreichende Entscheidung? Die (ehrlichen) Antworten auf diese Fragen können denkbar vielfältig sein:

  • Geht es darum, eigene Bedürfnisse zu befriedigen?
  • Möchtest du es besser als deine eigenen Eltern machen?
  • Sollen Probleme in der Partnerschaft durch die Kinder gelöst bzw. überspielt werden?
  • Suchst du nach dem Gefühl, vorbehaltlos geliebt zu werden?
  • Lasten die Erwartungen von Familien und Freunden auf dir?
  • Spürst du gesellschaftlichen Druck, weil man als moderne Frau Kind und Job vereinen sollte?
  • ….

Der Wunsch, Eltern zu werden, entsteht meiner Erfahrung nach häufig aus einem dieser im Grunde egoistischen Gefühle heraus. Auch bei mir war das so.

Die Konsequenzen unserer egoistischen Entscheidung …

Die Folgen einer rein oder vorwiegend auf egoistischen Gefühlen basierenden Elternschaft können allerdings gravierend sein. Letztendlich benutzen wir unsere Kinder, um unsere persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, unser gebrochenes Selbst zu heilen, uns selbst wertvoll und kompetent zu fühlen oder fremden Erwartungen gerecht zu werden – und das spiegelt sich in unserem Verhalten gegenüber den Kindern.

Wir …

  • … drängen sie in Rollen, die nicht die ihren sind und zwingen sie, sich zu verstellen.
  • … verlangen von ihnen, in unsere Welt einzutreten und versperren ihnen die Möglichkeit, ihre eigene Welt zu erobern.
  • … dominieren sie und vermitteln, dass wir sowieso alles besser wissen.
  • … bestimmen über wesentliche Entscheidungen, die unsere Kinder selbst treffen können und sollen – angefangen bei den Hobbys bis hin zum späteren Beruf. Welche Kompetenzen unsere Kinder wirklich mitbringen und welche Wünsche sie hegen, gerät dabei allzu schnell in Vergessenheit.
  • … versuchen, unsere Vorstellungen von Erfolg und Erfüllung auf unsere Kinder zu übertragen. Ob sie diese teilen, wird oft nicht berücksichtigt.

Aus genau diesem Verhalten ergibt sich einerseits für uns und andererseits für unsere Kinder ein Teufelskreis, in dem alle nur verlieren können.

Für uns entsteht zunächst einmal der tägliche Kampf, unsere Kinder – wenn nötig auch gegen deren offenen oder versteckten Widerstand – auf dem von uns vorgesehenen Weg zu halten. Gelingt uns dies nicht, fühlen wir uns als Versager und suchen unter Umständen (mehr oder weniger bewusst) verzweifelt nach Möglichkeiten, den Willen unserer Kinder doch noch zu brechen.

mit schwerwiegenden Folgen für das ganze Leben

Unsere Kinder haben dementsprechend zwei Möglichkeiten, zu reagieren:

Entweder sie unterwerfen sich unseren Vorstellungen und verleugnen damit einen Teil ihrer Persönlichkeit. Unsere Kinder entwickeln sich so zu Menschen, die wir in ihnen sehen wollen und nicht zu den Personen, die sie wirklich sind. Die Folge sind oftmals lebenslange Unzufriedenheit und innere Unruhe.

Oder sie widersetzen sich unseren Vorgaben und werden in der Folge Tag für Tag mit unserer mehr oder weniger deutlichen Ablehnung konfrontiert. Diese Ablehnung signalisiert unseren Kindern wiederum, dass sie, so wie sie sind, nicht in Ordnung sind, den Erwartungen nicht genügen und unsere Ansprüche nicht erfüllen (können). Diese Gefühle können das Selbstvertrauen massiv schädigen…

Vom Ego zur ehrlichen Selbsterkenntnis

„Halt, Stopp!“, wirst du jetzt vielleicht sagen. Ich bin Mutter/Vater aus Leidenschaft, ich liebe mein Kind und ich tue alles, damit es glücklich ist. Wo ist da Platz für mein Ego?

Denkt man länger darüber nach, erscheint die Sache allerdings nicht mehr so einfach. Ist die Liebe zu deinen Kindern wirklich bedingungslos, kontroll- und angstfrei?

Meiner Ansicht nach ist Elternschaft grundsätzlich „verzwickt – tricky“. Einerseits lieben, beschützen und dienen wir unseren Kindern. Andererseits haben wir alle Pläne und Ideen im Kopf, wie sie sich entwickeln sollen und was wir uns für sie wünschen.

Genau in diesem Zwiespalt steckt die Gefahr, die uns Tag für Tag in der Erziehung begleitet.

Wer hat seinen Kindern nicht schon einmal etwas übergestülpt, dass nicht wirklich von Ihnen kam? Wer kontrolliert nicht, ob das Verhalten seiner Kinder den persönlichen Anforderungen genügt?

Hinzu kommen nicht zuletzt die Erfahrungen aus unserer eigenen Kindheit. Wurden wir selbst nicht genauso erzogen? Haben wir uns selbst nicht auch zeitweise schwach und ohnmächtig gegenüber unseren Eltern gefühlt? Haben wir den Kontakt zu unserem wahren Selbst womöglich auch verloren? Wir definieren unsere Identität über unsere Beziehungen, unseren Job, unsere Besitztümer und unser Geld… Haben wir unseren Job vielleicht deshalb gewählt, weil unsere Eltern uns mehr oder weniger offen dazu gedrängt haben – und dabei unsere Kindheitsträume außer Acht gelassen?

Die Elternschaft als Chance zur Befreiung

Mit unserer Elternschaft haben wir die einmalige Gelegenheit, all diese Einschränkungen und scheinbaren Selbstverständlichkeiten unseres Lebens hinter uns zu lassen. Auf der gemeinsamen Reise mit unseren Kindern können wir weg vom ewigen Kampf hin zum zufriedenen „Fließen“ gelangen und uns von unserem Ego befreien. Lässt du dich einmal auf dieses Abenteuer ein, ist es im Grunde nicht schwer:

  • Akzeptiere deine Kinder, so wie sie sind.
  • Sehe, höre und verstehe, was sie wirklich wollen und brauchen.
  • Respektiere die Bedürfnisse, Ängste und die gesamten Persönlichkeiten deiner Kinder auf Augenhöhe.
  • Mache ihnen immer wieder deutlich, dass sie gut sind, so wie sie sind.

Für unsere Kinder und für uns

Können diese Veränderungen im Verhalten und unseren Einstellungen gegenüber unseren Kindern nicht auch für uns der Schlüssel sein, uns selbst endlich anzunehmen?

Kinder sind noch mit sich im Reinen – frei vom Ego, frei von gesellschaftlichen Etiketten und frei von der Bewertung Außenstehender. Genau auf diesem Weg können wir sie bestärken und begleiten, damit sie nicht – wie wir – viele Jahre auf der Suche nach sich selbst verbringen müssen. Was unsere Eltern wahrscheinlich nicht wussten und wofür sie dementsprechend auch keine Schuld tragen, können wir besser machen.

Was wird passieren, wenn wir uns von unserem Ego frei machen und sie zu den Erwachsenen hinbegleiten, die sie wirklich sind? Finden wir es heraus!

Resilienz – wie wir unsere Kinder stärken können

„Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles gelingen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.“ – Antoine des Saint-Exupéry

Resilienz meint die Fähigkeit, Herausforderungen als solche anzuerkennen, gezielt Lösungen zu finden und später gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

  • Stress, Zeit- und Leistungsdruck sowie viele andere Herausforderungen, die mit Gefühlen wie Traurigkeit, Angst und Wut einhergehen, gehören heute zum Alltag unserer Kinder.
  • Bereits in der Grundschule wird ein hohes Maß an Selbständigkeit, Struktur und Wissen verlangt.
  • Der Terminplan unserer Kinder ist vielfach bereits im Kindergarten prall gefüllt und lässt kaum Zeit, um sich zu „langweilen“.
  • Ein ungesunder Perfektionismus, der in unserer Gesellschaft zunehmend Verbreitung findet, setzt Jung und Alt unter Stress.
  • Gesellschaftliche Veränderungsprozesse beschleunigen sich immer mehr und der Druck, den ständig steigenden Anforderungen gewachsen zu sein, wächst stetig.
  • Immer häufiger finden wir uns in einer Art Spagat zwischen den wachsenden äußeren Anforderungen und unseren inneren Bedürfnissen wieder.

All diese Schlaglichter auf unser Leben und das Leben unserer Kinder haben eines gemeinsam: Sie können Menschen jeden Alters aus der eigenen Balance bringen. Die Folgen sind gravierend: Eine dauerhafte Schieflage kann uns krank machen und unser zufriedenes Leben erheblich gefährden.

Möchten wir dieser Gefahr entgehen und trotz zahlreicher Herausforderungen im Einklang mit uns selbst leben, dürfen wir Dysbalancen nicht nur bewusst wahrnehmen, sondern sie auch gezielt angehen und immer wieder zurück zu unserem persönlichen Gleichgewicht finden.

Resilienz – der moderne Begriff für unsere innere Widerstandskraft

Was hilft uns dabei? Und warum gelingt es einigen Menschen scheinbar problemlos, mit Misserfolgen umzugehen, während andere lange Zeit mit ihrem Schicksal hadern? Eine wesentliche Antwort finden wir in unserer eigenen Widerstandskraft, die in der modernen Forschung unter dem Stichwort „Resilienz“ untersucht wird.

Die Widerstandsfähigkeit der Seele ist ein relativ neues Forschungsgebiet. Begonnen hat die Resilienzforschung auf der hawaiianischen Insel Kauai. Die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy E. Werner und ihre Kollegin Ruth Smith wollten untersuchen, wie sich schwierige Startbedingungen in der Kindheit auf das spätere Leben auswirken. Dabei zeigte sich, dass ein Drittel der Kinder trotz erschwerter Bedingungen zu lebenstüchtigen Erwachsenen heranwuchs, während die anderen Kinder zeitlebens Probleme hatten. Aus diesen Ergebnissen schlossen die Wissenschaftler, dass es bestimmte seelische Schutzfaktoren, die uns bei der Bewältigung von belastbaren Situationen helfen, geben muss.

Nach der Auswertung zahlreicher weiterer Studien zum Thema ist die Forschung mittlerweile zu zentralen Erkenntnissen über das Phänomen der Resilienz, also der seelischen Widerstandsfähigkeit, gelangt.

Resilienz ist demnach nicht angeboren, sondern wird im Laufe des Lebens erlernt. Abhängig von der Zeit, den gegebenen Lebensumständen und der Persönlichkeit des Einzelnen kann sie sich unterschiedlich stark entwickeln. Je nach aktueller Situation ist dabei kein Mensch immer gleich widerstandsfähig.

Auf dem Weg zu einer starken Persönlichkeit – So können wir Resilienz fördern

Was heißt das nun für uns Eltern und wie können wir unseren Kindern helfen, eine starke Resilienz zu entwickeln?

In der Resilienzforschung wurden einige Faktoren bestimmt, die besonders zu einem gesunden Leben und zu einer starken Widerstandskraft beitragen. Die Studie zeigt auf, was resiliente Kinder auszeichnet:

  • Fehler dürfen sein, gehören zu ihrem Lernprozess und bringen sie letztlich voran.
  • Sie holen und finden Hilfe und Unterstützung bei ihren Eltern, bei Erziehern, Lehrern, Freunden etc.
  • Sie warten nicht ab, sondern übernehmen selbst Verantwortung für ihr Handeln.
  • Sie nehmen Herausforderungen an und setzen sich aktiv mit Schwierigkeiten auseinander.
  • Dabei sind sie optimistisch, dass sie Probleme meistern können und schwierige Situationen vorbei gehen.
  • Sie glauben an ihre eigene Kontrollmöglichkeiten und akzeptieren ihre Grenzen.
  • Sie können ihre negativen Emotionen kontrollieren und sie angemessen zum Ausdruck bringen (ohne zu „explodieren“).
  • Sie sorgen für sich und achten auf ihre Bedürfnisse.
  • Sie können negative Gefühle annehmen und in positive Emotionen umwandeln.

Hat dein Kind entsprechende Erfahrungen gesammelt und damit die notwendigen Überzeugungen gewonnen, empfindet es stressige Ereignisse und problematische Situationen nicht primär als Belastung, sondern vielmehr als positive Herausforderung.

Um genau diese Einstellungen als Basis einer hohen Resilienz zu fördern, sollten wir als Eltern bei der Erziehung vor allem auf die Entwicklung folgender Kompetenzen Wert legen:

  • Problemlösefähigkeiten und Konfliktlösestrategien
  • Eigenaktivität und persönliche Verantwortungsübernahme
  • Selbstwirksamkeit und realistische Kontrollüberzeugungen
  • positive Selbsteinschätzung des Kindes
  • hohe Selbstregulationsfähigkeiten
  • Empathie und soziale Perspektivenübernahme
  • angemessene Strategien zur Stressbewältigung

Folgende Fragen können dir dabei helfen, deinen Erziehungsstil in Bezug auf das Thema Resilienz zu reflektieren und neue Möglichkeiten zu ergründen:

  • Bin ich ein positives Vorbild?
  • In welchem sozialen Umfeld bewege ich mich?
  • Wie gehe ich mit meinen eigenen Gefühlen um?
  • Welche Konfliktlösestrategien nutze ich?
  • Ist mein Erziehungsstil von gegenseitiger Wertschätzung geprägt?
  • Kommuniziere ich offen, zugewandt und positiv mit meinem Kind?
  • Welche Werte leben wir innerhalb der Familie?
  • Wie erziehe ich – lobe und ermutige ich mein Kind ausreichend?

Resilienz im Alltag – so profitieren unsere Kinder

Für unser Familienleben stellt das Wissen um resilienzunterstützende Faktoren eine große Chance dar! Wir können unsere Kinder trotz aller Anstrengungen nicht vor negativen Erfahrungen beschützen – aber wir können ihnen möglichst viel Kraft und die nötigen Ressourcen mitgeben, um schwierige Situationen erfolgreich zu meistern und sie für das ganze Leben zu stärken.

Mache ich auch alles richtig? -Unsicherheiten in der Erziehung

Je bewusster die Entscheidung für ein Kind, desto höher sind meist die Ansprüche an das eigene Erziehungshandeln. Man liest Erziehungsratgeber, diskutiert in Foren über den richtigen Umgang mit dem Kind und saugt begierig alle verfügbaren Informationen auf. Doch die gewünschte Erleichterung und Bestätigung bleibt oft aus. Stattdessen tritt sogar oft das genaue Gegenteil ein: Wir werden immer unsicherer. Warum ist das so? Und wie kommen wir aus diesem negativen Kreislauf heraus?

Grundlegende Fragen mit weitreichenden Konsequenzen

Die grundlegende Ursache für unsere Unsicherheit in Erziehungsfragen sehe ich in der großen Verantwortung, die wir mit der Erziehung eines Kindes übernehmen. Bereits vor der Geburt beschäftigen wir uns vielfach und aus gutem Grund mit dem großen Ganzen. Wie können wir unsere Kinder zu selbstbewussten und zugleich gesellschaftsfähigen Individuen erziehen, die als Erwachsene ihren zufriedenen Platz im Leben finden? Was genau sollen oder müssen wir dafür im Einzelnen tun? Wessen Rat können wir vertrauen und was hilft uns persönlich weiter?

Ausgehend von diesen Aspekten kommen uns zudem schnell weitere Fragen in den Sinn, die unsere grundsätzliche Identität als Eltern berühren: Welche Art von Eltern wollen wir sein? Und welche Art von Kindern wird dabei herauskommen?

Unsicherheiten bei der Erziehung – ein Phänomen der heutigen Zeit?

Was mich in diesem Zusammenhang, seit ich selbst Mutter bin, immer wieder beschäftigt, sind die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Gibt es bestimmte Gesellschaftsstrukturen, die Elternschaft heutzutage schwieriger erscheinen lässt als in früheren Jahrzehnten?

Meiner Einschätzung nach haben Epochen-spezifische Dynamiken einen großen Einfluss auf unser Erleben und Wahrnehmen der Elternrolle. In den letzten Jahren hat sich, beeinflusst durch moderne technische Entwicklungen und gesellschaftliche Strömungen, viel verändert. Zur Illustration möchte ich hier einige Schlagworte nennen:

  • Wir kommunizieren anders. Social-Media, Eltern-Communities und Foren eröffnen uns neue Möglichkeiten und erweitern unseren Horizont, können aber auch schnell zu Überforderung führen.
  • Unsere Anforderungen an uns selbst und gleichzeitig die der Gesellschaft wachsen. Während Kinder früher wie selbstverständlich zu jeder Familie gehörten, wird die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs heute sehr bewusst getroffen. Dementsprechend viel erwarten wir von uns und erwartet auch unser Umfeld von unseren Kindern.
  • Kinderrechte gewinnen an Bedeutung. Keine Frage: Auch in den vergangenen Jahrzehnten sorgten sich Eltern mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften darum, dass es ihren Kindern gut geht. Im Zuge der Debatte um Kinderrechte hat sich das Bild von den Bedürfnissen unserer Kinder allerdings stark gewandelt. Im Gegensatz zu früher konzentrieren wir uns sehr viel stärker auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit unserer Kinder.
  • Familiäre Strukturen sind im Wandel. Das Bild von der idealen Familie mit Vater, Mutter und Kind ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Anstelle dessen ist ein plurales „bunteres“ Familienbild getreten, das unterschiedlichste Konstellationen einschließt. Wie die „neue Familie“ konkret gelebt werden soll, bleibt allerdings oftmals unklar.
  • Die Weitergabe von Erfahrungen und Wissen über Generationen hinweg ist heute selten geworden. Viele Eltern wohnen weit weg von ihren Verwandten oder möchten bewusst andere Wege in der Erziehung gehen. Die Orientierung gebende Funktion der Großeltern entfällt daher zumeist.
  • Wir vergleichen uns mit anderen Eltern. Schläft dein Kind schon durch oder ist es gar schon sauber? Was mit harmlosen Fragen anfängt, kann uns schnell extrem verunsichern oder sogar zu einem regelrechten Wettbewerb unter Eltern führen. Dieser Konkurrenzkampf kann im schlimmsten Fall unsere Beziehung zum Kind stark belasten.
  • Wir werden von Informationen nahezu überflutet. Unzählige Elternratgeber mit teilweise widersprüchlichen Aussagen (z.B. quengeln lassen oder sofort ins eigene Bett holen bei Schlafproblemen) – auf den ersten Blick sind wir heute so gut informiert wie keine Generation zuvor. Hinzu kommen nicht zuletzt spätestens beim Besuch der Krippe oder des Kindergartens in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen „Entwicklungsgespräche“ – mit entsprechenden Folgen: Wir fühlen uns einfach überfordert und stehen scheinbar unter Zugzwang, immer und sofort alles richtig machen zu müssen. Gleichzeitig verlieren wir viel von unserer Spontaneität und misstrauen leider auch zunehmend unserer Intuition.
  • Werte und Normen in unserer Gesellschaft sind nicht mehr klar vorgegeben. Für welche Werte sollen unsere Kinder später mal eintreten? Welche Wertvorstellungen sollen ihr Leben prägen? Die Antworten auf diese Fragen stehen heute nicht mehr im Vorhinein fest. Stattdessen können bzw. müssen wir selbst entscheiden, welche Werte wir vermitteln und in der Folge welchen Erziehungsstil wir wählen möchten. Das eröffnet uns einerseits Freiheiten, stellt uns aber andererseits vor die Herausforderung, den richtigen Weg selbst zu finden.

Wege aus der Unsicherheit

Wie können wir trotz dieser vielfältigen Hindernisse zu einer sicheren Elternrolle finden?

  • Zuallererst möchte ich dich beruhigen. Dass Eltern eine gewisse Unsicherheit in sich tragen, ist völlig normal und auch vollkommen in Ordnung. Um zu einer sicheren Elternrolle zu finden, müssen wir diese Unsicherheit daher zuerst einmal akzeptieren und für uns einfach annehmen.
  • Im zweiten Schritt geht es dann darum, unsere vorhandenen Kompetenzen und Stärken bewusst wahrzunehmen und zu nutzen. Als Eltern verfügen wir doch über ein intuitives Gespür dafür, was unser Kind wirklich braucht. Nehmen wir uns also genügend Zeit und Muße, diese Fähigkeiten wieder in unser Bewusstsein zu rufen, damit wir  einen neuen Zugang zu unserem Kind finden können.
  • Egal ob im Kindergarten oder in der Schule, beim Gespräch mit pädagogischem Fachpersonal erhalten wir wertvolle Anregungen, lernen Dinge aus einem anderen Blickwinkel kennen und können neue Möglichkeiten des Umgangs mit Erziehungsfragen erkunden. Wir müssen und sollten nicht blind allem vertrauen, was uns die „Profis“ erklären – doch offene und ehrliche Gespräche können uns und auch das Personal wesentlich weiterbringen. Wichtig: Niemand kennt unser Kind so gut wie wir selbst. Als Experte für unser Kind können wir daher auch dem Personal wichtige Anregungen für die tägliche Arbeit geben. Je offener du über deine Familie sprichst, desto mehr profitieren beide Parteien.
  • Unterstützung und Anregung(en) von Außenstehenden kann uns helfen, unseren Aufgaben als Eltern noch besser gerecht zu werden. Kommen wir alleine nicht weiter, sollten wir uns daher nicht scheuen, auch Hilfe von Erziehern, Lehrern oder Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen.

Werte – Unsere Wegweiser im Leben

Welche Werte bestimmen mein Leben? Und welche Werte sollte ich meinem Kind mit auf den Weg geben?

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Diskussion um Werte und Ziele eines menschlichen Lebens schon immer eine besondere Rolle gespielt. Welche Werte dabei im Vordergrund standen, hat sich nicht nur über die Jahre hinweg deutlich gewandelt, sondern ist gerade im Zuge der modernen Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer zentralen Frage geworden. Als Individuen können wir selbst entscheiden, woran wir glauben und für was wir eintreten – und genau das auch an unsere Kinder weitergeben. In der Auseinandersetzung mit Werten, die uns persönlich wichtig sind, sehe ich daher eine besondere Chance hin zu einem erfüllten Leben.

Umso erstaunlicher sind für mich vor diesem Hintergrund meine Erfahrungen im Berufsalltag und natürlich im Kontakt mit anderen Familien. Ich konnte feststellen, dass Werte vielfach keinen hohen Stellenwert mehr haben und innerhalb der Familien keine Klarheit über gemeinsame Werte als Grundlage des Zusammenlebens herrscht. Im Gegenteil: Oft findet gar kein Austausch über das Thema statt und viele Erwachsene sind sich ihrer eigenen Werte offenbar nicht bewusst. Dass auch unsere Kinder in dieser Umgebung keine tragfähigen Wertvorstellungen aufbauen können, liegt auf der Hand.

Die Bedeutung von Werten für die Entwicklung unserer Kinder

Wie wichtig Werte für die kindliche Entwicklung sind, haben indes Forscher mehrfach untersucht. Neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sind Kinder glücklicher und leben langfristig zufriedener, wenn sie in einer Familie mit fester Wertorientierung groß werden. Diese Kinder bewältigen Probleme und Misserfolge leichter und haben eine positivere Einstellung zum Leben.

Betrachten wir nun unsere heutige Gesellschaft, werden die Ursachen für diese positiven Effekte schnell deutlich. Die meisten von uns sind heutzutage kaum mehr an Traditionen gebunden. Eine entscheidende, in früheren Zeiten Halt und Orientierung gebende Instanz, die unseren Vorfahren half, Entscheidungen zu treffen, fällt damit weg.

Umso wichtiger ist es meiner Ansicht nach, Kindern wichtige Werte (frei von jeglicher Religiosität) vorzuleben. Mit einer bewussten Werteerziehung helfen wir unseren Kindern, sich in der Welt zurechtzufinden und gute Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam getragene und gelebte Werte sind die Grundlage für den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

Wie wir Werte vermitteln können

Wir als Eltern haben dabei eine entscheidende Vorbild-Funktion und legen den Grundstein für das Wertebewusstsein unserer Kinder. Da Kinder durch Nachahmung und Wiederholung lernen, können wir ihnen richtiges Verhalten und die für uns wichtigen Werte im Grunde ganz einfach weitergeben: Wir sollten sie ihnen nur Tag für Tag vorleben und immer wieder deutlich machen, was uns wichtig ist. So können unsere Kinder Vertrauen in sich selbst und ihre Umwelt aufbauen. Ein in der Kindheit aufgebautes Wertesystem bildet das Fundament für das spätere Weltbild eines Menschen.

Behalte die Individualität deiner Kinder im Blick

Doch Achtung: Bei aller Bedeutung unserer Werte und Regeln für die erfolgreiche Kindererziehung darfst du gleichzeitig auch die individuelle Entfaltung deiner Kinder nicht vernachlässigen. Jedem Kind sollte es gestattet sein, auf Grundlage seiner familiären und außerfamiliären Erfahrungen eigene Wertvorstellungen zu entwickeln. Innerhalb von Kindergruppen bzw. im Freundeskreis stellen Kinder häufig eigene für diese Konstellation verbindliche Regeln auf. Dabei können sie lernen, wie sinnvoll bzw. unsinnig manche Regeln sind und welche Folgen eine Missachtung dieser für sie selbst oder andere Mitglieder der Gruppe haben.

Trittst du mit deinem Kind immer wieder bewusst in den Austausch über seine diesbezüglichen Erfahrungen, erfährst du viel über die für ihn oder sie besonders bedeutsamen Werte.

Der erste Schritt zu bewussten Werteerziehung: Werde dir deiner Wertvorstellungen bewusst

Möchtest du deinen Kinder in Zukunft bewusst Werte vermitteln? Dann liegt der erste Schritt wie so oft in einer Reflexion unserer eigenen Empfindungen und Vorstellungen. Mithilfe der folgenden Fragen kannst du für dich herausfinden, welche Werte dir persönlich wichtig sind und die Werteerziehung bewusst angehen.

  • Was ist mir persönlich, was ist in unserer Familie „von Wert“?
  • Was sind meine eigenen Werte?
  • Welche Werte erwarte ich bei anderen?
  • Wie äußern sich meine Werte in meinem Verhalten?
  • Welche Werte sind überholt und welche dringend notwendig für ein friedliches, menschenfreundliches Zusammenleben?
  • Wie kann ich Werte so weitergeben, dass Kinder sie begreifen?

So kannst du Werte konkret weitergeben

Bist du dir unsicher, wie du deinem Kind im Alltag bestimmte Werte vermitteln kannst? Mit der folgenden Liste möchte ich dir einige Anregungen geben:

  • Hilfsbereitschaft: Mache dein Kind auf Situationen aufmerksam, in denen es selbstlos anderen behilflich sein und die Arbeit anderer übernehmen kann, ohne sich zu verbiegen oder sich ausgenutzt zu fühlen.
  • Verantwortungsbewusstsein: Übertrage deinem Kind eine oder mehrere Aufgaben (z .B. das Füttern von Haustieren, die Müllentsorgung etc.) und kontrolliere die Ausführung. Lobe dein Kind anschlie­ßend und mache ihm deutlich, wie wertvoll seine Arbeit für eure Familie /die Gemeinschaft ist.
  • Selbstdisziplin: Selbstdisziplin ist die Fähigkeit, das umzusetzen, was man sich vorgenommen hat. Unterstütze dein Kind, sich Ziele zu setzen und diese zielstrebig zu verfolgen – auch wenn andere Dinge manchmal verlockender erscheinen oder sich unerwartete Hindernisse auftun.
  • Liebe: Liebe erfahren Kinder, wenn wir uns in der Familie gegenseitig so annehmen und respektieren, wie wir sind. Zeige deinem Kind immer wieder, wie sehr du es liebst – unabhängig davon, wie es sich gerade verhält oder was es leistet.
  • Wahrheit: Unsere Ehrlichkeit ist die Basis für Vertrauen. Genau dieses Vertrauen brauchen unsere Kinder, um gesund in die Welt hineinzuwachsen
  • Freude und Humor: Ermutigen dein Kind, die positiven Seiten des Tages bewusst wahrzunehmen und bringe es so oft es geht zum Lachen. Schärfe seinen Blick für Freude und Fröhlichkeit im Alltag.

Meine und deine Werte – Wertvorstellungen in unterschiedlichen Kulturkreisen

Unsere Werte prägen uns und unser Leben, sie machen uns aus – und gleichzeitig sollten wir uns davor hüten, unsere Normen als universell gültig über alles zu stellen. In unserer pluralen Gesellschaft ist es entscheidend, dass Kinder unterschiedliche Kulturkreise mit jeweils eigenen Werten und Normen kennenlernen und ihr eigenes Wertesystem nicht über andere stellen. Es gibt nicht das eine, allgemein gültige Wertesystem. Die Wahrheit ist hier ein Plural. Wichtig ist im Gegenteil eine Dialogkultur, in der auf der einen Seite Unterschiede offen angesprochen werden und andererseits Gemeinsamkeiten zur Sprache kommen. Wenn du deinen Kindern das vermittelst, gibst du ihn einen weiteren Wert mit auf den Weg, der in unserer Gesellschaft von unschätzbarer Bedeutung ist: Toleranz.

Ich wünsche dir viel Freude bei der Beschäftigung mit den Werten, die dir und deiner Familie wichtig sind!

Wie du bewusste Elternschaft leben kannst

Rückblickend auf meine vergangenen 12 Jahre als Mutter empfinde ich das Elternwerden und -sein als das Wichtigste und zugleich die größte Herausforderung meines Lebens.

Gerade in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten unserer Kinder haben wir dabei oft mit großen Unsicherheiten zu kämpfen. Wir haben keine klare Vorstellung, wie wir unsere Aufgaben als Eltern erfüllen möchten und können, wir sind uns unsicher über unsere persönlichen Familienziele und die Werte, die wir unseren Kinder mitgeben möchten.

Hinzu kommen nicht zuletzt die Fragen nach der praktischen Umsetzung. Welche Erziehungswege uns und unsere Kinder ans Ziel führen, lässt sich im Vorhinein nicht eindeutig sagen.

Kann ich diese Unsicherheit vermeiden oder reduzieren?

Zuallererst möchte ich an dieser Stelle eines klarstellen: Es geht mir hier nicht um einen konkreten Plan oder ein ausgefeiltes Konzept mit passenden „Rezepten“ für jede Alltagssituation. Allgemeine Erziehungstipps und Ratschläge lassen sich nicht verallgemeinern. Jedes Kind reagiert anders und auch du darfst deinen eigenen Stil finden, um deine Mutter-Vaterrolle zufrieden leben zu können. Ob du in deinem Verhalten authentisch bist, spürt dein Kind – und wird entsprechend reagieren.

Im Laufe der ersten Lebensjahre werden deine Kinder dich vielfach eines Besseren belehren, dich immer wieder vor neue Herausforderungen stellen und dein Profil als Mutter/Vater im besten Fall von Situation zu Situation stärken. Auch mein pädagogisches Konzept haben meine Kinder im Laufe der Zeit mehrfach über Board geworfen und ihren eigenen Plan gelebt.

Sind wir damit zwangsläufig schlechte Eltern?

Diese Frage kann ich eindeutig verneinen. Die uneingeschränkte Liebe zu unseren Kindern und unser Bemühen, ihren Bedürfnissen Tag für Tag gerecht zu werden, stehen über allem.

Doch gleichzeitig dürfen wir uns bewusst sein, dass unsere Kinder einen hohen Preis für unsere Unbewusstheit und fehlende Rollenklarheit zahlen.

Was ich damit meine, möchte ich dir mit einigen Schlagworten zeigen:

  • Wir schaffen emotionale Abhängigkeiten, die die freie Entfaltung unserer Kinder erheblich behindern.
  • Wir geben unseren Kindern vor, wie sie sich verhalten sollen und unterdrücken damit ihre eigenen Ideen und Bedürfnisse.
  • Wir missbrauchen unsere Macht und glauben, das Heranwachsen unser Kinder in allen Punkten steuern zu müssen. Auch auf diese Weise stören wir ihre individuelle Entwicklung.

Kurzum:

Wir streben danach, unsere Kinder nach unseren Wünschen zu formen.

Zeigen unsere Kinder dann vermeintlich „auffälliges“ Verhalten (ausgenommen sind selbstverständlich medizinische Defizite), das wir nicht nachvollziehen können, wenden wir uns schnell an eine Beratungsstelle. Von dort erhoffen wir meist die umgehende Bestätigung unserer Einschätzung. Getreu dem Motto „Wir sind nicht verantwortlich“ sollen die Fachleute es richten und unser Kind möglichst schnell therapieren.

Warum wir diesen bequemen Weg gehen, lässt sich leicht erklären: Suchen wir die „Schuld“ beim Kind, müssen wir uns selbst nicht mit unseren möglichen Fehlern auseinandersetzen und können scheinbar weitermachen wie bisher.

Wie kann ich in den Prozess der bewussten Elternschaft eintreten?

Möchtest du einen anderen Weg gehen und bei Herausforderungen gemeinsam mit deinem Kind nach Lösungen suchen, ist die bewusste Elternschaft der Schlüssel zu einer nachhaltigen Veränderung.

Wichtig: Es ist nie zu spät, diesen Prozess zu beginnen und er ist grundsätzlich nie ganz abgeschlossen. Wenn wir unsere Ideen, unsere Emotionen und unser Ego beiseite legen und somit einen „psychischen Tod“ sterben, können wir mit unseren Kindern neu geboren werden. Diese Möglichkeit haben wir jeden Tag aufs Neue.

Die ersten Schritte der bewussten Elternschaft

1. Akzeptiere dich mit all deinen Stärken und Schwächen. Diese Leitsätze helfen dir dabei:

Ich bin ein Mensch, bevor ich Mutter oder Vater werde/ wurde.

Ich akzeptiere meine eigenen Einschränkungen und Schwächen.

Ich akzeptiere, dass ich nicht immer den richtigen Weg weiß.

Ich akzeptiere, dass ich mein Bestes versuche – auch wenn ich nicht immer Erfolg habe.

Wahrscheinlich gibt es noch weitere Punkte, die du hier für dich ergänzen kannst.

2. Beantworte die folgenden Fragen, um auf deiner Reise in die bewusste Mutter-/Vaterrrolle voranzuschreiten:

  • Wie kann ich zu der Mutter oder dem Vater werden, die/den mein Kind verdient?
  • Wie kann ich meine Kinder bewusst begleiten und ihnen das geben, was sie tatsächlich benötigen?
  • Wie kann ich trotz der Angst vor Veränderungen/ Transformation wachsen?
  • Wie beeinflusst meine eigene Erziehung mein jetziges Handeln und von welchen prägenden Erfahrungen aus meiner Kindheit möchte ich bewusst Abstand nehmen?
  • Wie war die Beziehung zu meinen Eltern und welchen Einfluss haben meine Erfahrungen heute auf meine Elternrolle?

Deine individuellen Antworten helfen dir dabei, deine Elternrolle bewusster zu (er)leben und selbst zu gestalten.

3. Lass dich mit ganzem Herzen auf die anstehenden Veränderungen ein.

Das bewusste Elternsein ist ein transformierender Zustand, der alle Familienmitglieder prägt und deren Wirkung weit über das Heranwachsen der Kinder hinausgeht.

In diesem Prozess waren und sind meine Kinder für mich die größten „Lehrmeister“. Sie haben mich zu der Mutter gemacht, die ich heute bin. Kein Erziehungsratgeber kann dir das lehren, was deine Kinder Tag für Tag leben. Lässt du dich voll und ganz auf ihre individuellen Persönlichkeiten mit all ihren Stärken und Schwächen ein, bist du auf dem besten Weg, zur bewussten Elternschaft zu gelangen. Deine eigenen Veränderungen werden auf dieser Basis langfristig auch deine Kinder verändern.

Zum Abschluss: In diesem Prozess geht es nicht darum, das Zepter an die Kinder abzugeben. Stattdessen gilt es hinzuhören, deinen Kindern eine grundsätzliche Achtung und Respekt entgegenzubringen und für sie und ihre Bedürfnisse stets präsent zu sein. Dabei solltest du selbstverständlich feste Grenzen setzen und Disziplin einfordern.

Meditation und Achtsamkeit schon in der Grundschule ?

Bildung ist mehr als die Anhäufung von (Fach)Wissen

Nach meinem letzten Blog-Beitrag stellte sich mir die Frage, wie GrundschullehrerInnen, die unsere Kinder Tag für Tag über viele Stunden hinweg begleiten, das Thema sehen und welche Erfahrungen sie in Bezug auf Achtsamkeit in der Schule machen.

Die Grundschullehrerin Nicole R. gab mir im Interview diese Antworten.

A.F.: Wie erlebst du die Kinder in Bezug auf Schulstress, emotionale Selbstregulation und Konzentrationsfähigkeit? Wirken sich die emotionalen Kompetenzen der Kinder auf die Interaktionen im schulischen Miteinander aus?

N.R.: In meinem Lehreralltag an einer Brennpunktschule spielt vor allem das Thema Selbstregulation eine entscheidende Rolle. Viele Kinder sind nicht in der Lage, mit ihren mitunter sehr starken Emotionen umzugehen und diese in einer angemessenen Form zu äußern. In der Folge kommt es häufig zu Konflikten zwischen den Kindern, die teilweise äußerst aggressiv ausgetragen werden. Auch die Konzentrationsfähigkeit der Kinder ist durch die ständige emotionale Beanspruchung sehr beschränkt.

A.F.: Wodurch entstehen diese Probleme deiner Ansicht nach?

N.R.: Meiner Einschätzung nach hat die fehlende Selbstkontrolle der Kinder zwei zentrale Ursachen.

Zum einen bekommen manche Kinder in ihren Familien zu wenig Gelegenheit, ihre diesbezüglichen Fähigkeiten zu trainieren. Sie lernen nicht, mit sich selbst und anderen achtsam umzugehen und können die fehlenden Erfahrungen in ihrer frühen Kindheit in der Schule nur schwer kompensieren.

Zum anderen sehe ich die derzeitige Taktung des Schultags als große Herausforderung für die Kinder. Schon die gerade einmal 6-Jährigen verbringen den Tag oft von morgens um 7 Uhr bis spätnachmittags in der Schule. Da entsprechende Angebote fehlen, kommen sie dabei im Laufe des Schultags kaum zu Ruhe. Fehlt dann auch noch zuhause die nötige emotionale Unterstützung, kommt ein tragischer Teufelskreis aus zunehmendem Stress für alle Beteiligten in Gang.

A.F.: Aufmerksamkeit steuern, Impulse kontrollieren, sich selbst beruhigen – wie können Schülerinnen und Schüler lernen, diese Fähigkeiten zu entwickeln und zu vertiefen?

N.R.: Wie schon gesagt, sehe ich hier erstens schon vor dem ersten Schultag die Eltern gefordert. Sie müssen ihren Kindern vorleben, wie man mit seinen Emotionen umgehen kann und welche Schlupflöcher sich im Alltag zum achtsamen Leben bieten. Zweitens sind selbstverständlich auch wir Lehrerinnen in der Pflicht. Mit gezielten Achtsamkeitsübungen und individuellen Rückzugsangeboten können wir den Schultag der uns anvertrauten Kinder achtsamer gestalten. Leider fehlt es vielen Lehrern an dem nötigen Wissen und vielen Schulen an der richtigen Ausstattung, um diesen Weg zu gehen.

A.F.: Meditation und Achtsamkeitsübungen als Unterrichtsfach – Wie stehst du dazu?

N.R.: Grundsätzlich fände ich es toll, wenn Meditation auf dem Stundenplan stehen würde. Gleichzeitig sehe ich mehrere Hindernisse, die einem solchen Unterrichtsfach entgegenstehen. Zunächst einmal fehlt uns angesichts der übervollen Lehrpläne und des nach wie vor gravierenden Lehrermangels schlicht die Zeit, um entsprechende Unterrichtsstunden zu gestalten. Hinzu kommt das Problem der mangelnden Ausbildung der Lehrkräfte. In meinem Referendariat hat Achtsamkeit keine Rolle gespielt. Nicht zuletzt – und das ist für mich im Grunde der wichtigste Aspekt – sehe ich Achtsamkeit und Meditation aber auch als etwas sehr Individuelles, was sich im Rahmen des gewöhnlichen Unterrichts kaum optimal vermitteln lässt. Für mich wären individuelle, freiwillige Angebote, gezielte Förderprogramme für einzelne Kinder und der verstärkte Einsatz von einzelnen kleineren Übungen im Schulalltag die bessere Alternative.

A.F.: Wie könnte man die Neugier und Motivation dafür wecken?

N.R.: Das Bewusstsein für die zunehmenden Probleme vieler Kinder mit der Selbstregulation ist meiner Ansicht nach bei vielen Lehrern angekommen. Leider wird bislang aber wenig getan, um für Abhilfe zu sorgen. Um tragfähige Lösungsansätze entwickeln zu können, müssten meiner Meinung nach zunächst die Eltern für die Thematik sensibilisiert werden.

A.F.: Wie könnte eine Implementierung in der Schule aussehen?

N.R.: Da müsste sich sowohl strukturell als auch personell vieles ändern. In jeder Schule sollte es einen Raum geben, indem sich die Kinder jederzeit zurückziehen können und der von erfahrenen Mitarbeitern betreut wird. Außerdem müsste es regelmäßige Projekte geben, bei denen sich die Kinder mit ihren Gefühlen und ihren Wahrnehmungen auseinandersetzen. Das könnte auch präventiv gegen die zunehmende Gewalt an Schulen wirken. Nicht zuletzt ist jeder einzelne Lehrer gefragt, den Schulalltag „seiner“ Kinder achtsam(er) zu gestalten.

A.F.: Was benötigen die Lehrer?

Lehrer brauchen vor allem das nötige Wissen und die Bereitschaft, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Umsetzung in die Praxis gelingt dann erfahrungsgemäß am besten, wenn das gesamte Kollegium mitmacht.

A.F.: Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen?

N.R.: Für mich ist die Vorbildfunktion der Eltern ganz entscheidend. Wer seinen Kindern kontinuierlich zeigt, wie man auf sich und andere achtet, gibt dieses Verhalten automatisch weiter. Außerdem sollten Eltern darauf achten, ihre Kinder nicht mit Terminen zu überfrachten, sondern ausreichend Zeit zur Erholung einplanen. Die 5-Tage-Woche in der Ganztagsschule mit Betreuung bis 17 Uhr oder sogar darüber hinaus sehe ich sehr kritisch.

A.F.: Herzlichen Dank für das Gespräch.

„Kinder im Jetzt“

Mein bevorstehendes Meditations-Retreat hat mich zu diesem neuen Post inspiriert. Diesmal setze ich mich mit dem Thema „Meditation und Achtsamkeit mit Kindern“ auseinander.

Ob zu Hause, im Kindergarten oder in Schule, überall wird von jungen Menschen erwartet, sich selbst regulieren zu können und die eigenen Emotionen (wenn überhaupt) in gesellschaftskonformer Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. „Sei still!“ „Hör zu! „Konzentriere dich endlich!“ – immer wieder bekommen unsere Kinder das Gleiche zu hören. Das Tragische daran: Oftmals verpuffen diese Befehle wirkungslos. Und das ganz unabhängig davon, ob die Kinder sich ernsthaft bemühen oder die Ohren auf Durchzug schalten. Vielen ist es tatsächlich einfach nicht möglich, längere Zeit bei einer Sache zu bleiben oder ihren Frust nicht umgehend lautstark zum Ausdruck zu bringen.

Woher kommen diese Schwierigkeiten?

In der heutigen schnelllebigen Welt stürmen auf unsere Kinder nicht nur täglich eine Vielzahl von spannenden neuen Eindrücken ein, sondern sie sind auch mit Stress, Hektik und Sorgen konfrontiert. Viele Kinder werden bereits ab dem Kindergartenalter von einem Kurs zum nächsten gefahren und erleben fast ihre gesamte Freizeit als fest verplant. Kommen wenig später dann auch noch die Ganztagsschule und die damit verbunden Schulanforderungen hinzu, ist die ständige Anspannung und in der Folge zunehmendes Stressempfinden fast vorprogrammiert. Nicht zuletzt unterstützen schließlich auch wir als Eltern oftmals unbewusst die negative Entwicklung unserer Kinder. Sie nehmen uns als ständig gestresst wahr und betrachten dies bald als völlig normal und scheinbar unausweichlich.

Mit der Zeit verändern diese Erfahrungen unserer Kinder und ihre Wahrnehmung von sich selbst und von der Welt. Die Konsequenzen erleben wir im alltäglichen Verhalten unserer Liebsten: Sie sind oft abgelenkt und lassen sich von allem Möglichen beeinflussen – in ihrer Meinung, ihrer Weltsicht und ihrem Gefühlsleben.

Wie können wir effektiv gegensteuern?

Meiner Meinung nach braucht unsere Gesellschaft ein verändertes Bewusstsein für die Anforderungen, Aufgaben und Veränderungen unserer Zeit. Der Schlüssel zu einer neuen Kultur der Wertschätzung und der Zufriedenheit ist für mich Achtsamkeit.

Achtsamkeit für sich selbst und davon ausgehend auch für unsere Mitmenschen – auf dieser Basis können wir ein Fundament schaffen, in dem jeder und jede ihre persönliche Erfüllung finden kann.

Doch wo und wie kann Achtsamkeit beginnen?

An genau diesem Punkt kommen unsere Kinder ins Spiel. Sie werden diejenigen sein, die eine hoffentlich friedlichere Welt schaffen, sie werden mit den Herausforderungen einer zunehmend technisierten Welt leben, sie werden die Zukunft gestalten – und wir können ihnen mit dem Konzept der Achtsamkeit das nötige Rüstzeug dafür mit auf den Weg geben.

Ganz praktisch betrachtet gehören Achtsamkeit und Meditation daher für mich als Lerninhalt und Kulturtechnik in Kindergärten und Schulen.

Im Kern bezeichnet Achtsamkeit die Fähigkeit, den gegenwärtigen Moment aufmerksam wahrzunehmen und zu gestalten. Wenn Kindergärten und Schulen ein Ort ganzheitlicher Bildung sein wollen, an dem Kinder lernen, mit sich selbst und anderen im Kontakt zu sein, müssen sie genau diese Fähigkeit als Grundlage für alles andere vermitteln. Aufbauend auf die Achtsamkeit für sich und andere entstehen dann ganz von selbst Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein – genau die Kompetenzen, die junge Menschen zur nachhaltigen Veränderung unserer Gesellschaft brauchen.

Was Achtsamkeitstrainings für Kinder bewirken können

Zahlreiche Studien belegen, dass Achtsamkeitsübungen und Meditation die eigene Gesundheit und Zufriedenheit entscheidend positiv beeinflussen können.

Die Erfahrungen von Schulen, an denen mit Achtsamkeitsübungen und Meditationseinheiten gearbeitet wird, sprechen in dieser Hinsicht für sich. Die Kinder können besser mit Stress sowie starken Gefühlen umgehen, empfinden weniger Angst und konzentrieren sich stärker auf den Schulstoff. Insbesondere die Meditation wirkt stressreduzierend, verhilft zu mehr Entspannung, verbessert die Konzentrationsfähigkeit, erhöht die Empathie für andere und macht die Kinder insgesamt glücklicher.

Wie gelingen Achtsamkeitsübungen und das Meditieren mit Kindern?

Achtsamkeit beginnt für mich mit den kleinen Dingen.

In unterschiedlichen Phasen kann es für Kinder beispielsweise hilfreich sein, wenn sie einen sicheren Ort in sich kennen, an dem sie vollkommen okay sind, an dem sie unverletzlich und gut sind, egal, was die anderen sagen.

Ebenso entlastend ist es für viele Kinder, wenn sie um die wohltuende Wirkung einer bewussten kurzen Auszeit wissen. Bei starken Emotionen einfach für einen Moment die Augen zu schließen, tief zu atmen und die eigenen Gefühle anzuerkennen anstatt sie zu verdrängen, kann belastenden Situationen in kürzester Zeit ihre Schärfe nehmen.

Für ein Kind ist es sehr wertvoll, die innere Stille und die wache Präsenz zu kennen und abrufen zu können, wenn es für sie unterstützend ist.

Auf dem Weg zum Meditieren benötigen Kinder gezielte Anleitung und den passenden zeitlichen Rahmen, um sich auf den Weg zu sich selbst einzulassen. Grundsätzlich eignen sich alle Meditationsarten, mit denen Erwachsene meditieren, auch für Kinder und Jugendliche. Für den Einstieg sind dabei kleinere Einheiten von 2-12 Minuten (je nach Alter) völlig ausreichend und verhindern eine Überforderung der Kinder. Mit zunehmender Erfahrung können diese Zeiten schrittweise erweitert werden.

Meiner Erfahrung nach bewährt es sich, die Meditation in einen besonderen Rahmen einzubauen und als ein Familienritual mit den Kindern zu gestalten.

Warum also Meditation und Achtsamkeitsübungen für Kinder?

Die Antwort ist im Grunde einfach: Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um die Grundlagen für ein achtsames und zufriedenes Leben zu schaffen – JETZT.

Die fünf Sprachen Liebe für Kinder

Sprichst du die fünf Sprachen der Liebe?

Liebe – eines der Grundbedürfnisse des Menschen und davon hängt auch die Qualität unserer zwischenmenschlichen Beziehungen ab. 

Dennoch drücken wir die Liebe unterschiedlich aus– je nach Persönlichkeit, Prägung durch Erfahrungen und Beurteilung unserer Wahrnehmung.Nicht nur in Partnerschaften, sondern generell. Eine Liebessprache ist die Art, wie ein Mensch anderen seine Liebe zeigt. 

Vor einiger Zeit lass ich das Buch: „Die fünf Sprachen der Liebe und die fünf Sprachen der Liebe für Kinder“, eines für mich der wichtigsten und hilfreichsten Bücher. 

Der Autor Gary Chapman geht davon aus, dass jedes Kind eine ganz bestimmte Muttersprache der Liebe spricht und auch versteht. Das sind Signale, die ihm eindeutig sagen, dass seine Eltern ihn lieben. Mit seinen Büchern möchte er uns Eltern, also die Leser in die Lage versetzen, die Muttersprache unserer Kinder zu erkennen und auch die Anwendung der 5 Muttersprachen der Liebe zu lernen. „Damit aus unseren Kindern verantwortungsbewusste Erwachsene werden, müssen sie überzeugt sein, geliebt zu werden. Nur über die Liebe erfährt das Kind die nötige Geborgenheit, die es zu einem liebesfähigen Erwachsenen heranwachsen lässt. Indem wir die persönliche Muttersprache der Liebe unserer Kinder sprechen, füllen wir ihren Tank der Gefühle mit Liebe. Wenn unser Kind sich geliebt fühlt, dann lässt es sich leichter erziehen. Und es lernt auch schneller, wenn die Tankanzeige nicht ständig auf Reserve zeigt.“ 

Unsere „Muttersprache der Liebe“, wie Chapman sie nennt, lernen wir schon als Kinder in unseren Familien und sie gehört zu uns wie unsere tatsächliche Muttersprache. Wir machen Erfahrungen mit den uns nahe stehenden Bezugspersonen, Eltern und Geschwistern und mit der Art, wie sie uns begegnen und uns ihre Zuneigung zeigen. Umgekehrt lernen wir, wie unserer Familie uns Liebe geben. Und von da an werden wir immer, wenn jemand in dieser „Sprache“ zu uns spricht, ihn mühelos verstehen können, so wie wir jemanden, der unsere Muttersprache spricht, einfach verstehen. 

Kennst du die Sprache deines Kindes? 

Sprache der Liebe Nr. 1: Körperkontakt 

Es gibt Kinder, deren Muttersprache der Liebe der Körperkontakt ist. Diese Kinder brauchen also ganz besonders die regelmäßige Zuwendung durch Zärtlichkeit von ihren Eltern. Auch größere Kinder, besonders auch in der Pubertät können vor allem über den Körperkontakt ihren Liebestank auffüllen. 

Sprache der Liebe Nr. 2: Lob und Anerkennung 

Manche Kinder fühlen sich dann ganz besonders geliebt, wenn sie durch anerkennende Worte Selbstbestätigung erfahren. 

Das Lob sollte berechtigt sein und einen konkreten Anlass haben. 

Bei Kindern, deren Muttersprache der Liebe Lob und Anerkennung ist, können abschätzige Worte und häufige Kritik ganz besonders verletzend wirken. 

Sprache der Liebe Nr. 3: Ich bin ganz für dich da 

Diese Kinder brauchen vor allem ungeteilte Aufmerksamkeit, Zuwendung und viel Zeit mit den Eltern. Auffälliges Verhalten der Kinder ist oft der Versuch, mehr Zeit von den Eltern für sich zu bekommen. Negative Aufmerksamkeit scheint immer noch erwünschter zu sein als gar keine. Und das ganz besonders für die Kinder, deren Muttersprache der Liebe „Quality Time“ ist. Bei dieser Muttersprache der Liebe kommt es nicht so sehr darauf an, was sie zusammen machen. Wichtiger ist, dass sie überhaupt Gemeinschaft haben. 

Sprache der Liebe Nr. 4: Ich schenk dir was 

Geschenke können sehr deutliche Liebesbeweise sein. Sie bekunden Zuneigung im Augenblick der Übergabe, oft aber auch noch Jahre danach. Besonders, wenn sie mit Sorgfalt ausgesucht wurden, wirklich auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt sind und nicht an ein erwünschtes Verhalten gekoppelt werden (oder die Präsente als Ersatz für die Präsenz eingesetzt werden). Falls die persönliche Liebessprache des Kindes Geschenke erhalten ist, dann sollte diese Liebessprache aber nur in Kombination mit den anderen Liebessprachen gebraucht werden. 

Sprache der Liebe Nr. 5: Ich helfe dir 

Es geht darum, den Kindern zur Seite zu stehen, und ihnen dort unsere Hilfe anzubieten, wo sie nötig ist. Dabei geht es vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe. Kinder, deren Muttersprache der Liebe Beistand und Hilfe ist, schätzen es ganz besonders, wenn sie sich unserer Unterstützung sicher sind. Diese Hilfe sollte aber nicht an ein Wenn und Aber, gebunden sein (Ich helfe dir bei den Hausaufgaben, wenn du das Zimmer aufgeräumt hast), sondern freiwillig und aus dem Herzen erfolgen. Ich helfe dir gerne, einfach weil du es mir wert bist. Solche Kinder können sehr sensibel auf eine Verweigerung einer Bitte reagieren. 

Alle Sprachen der Liebe sind wichtig und wir sollten uns nicht nur auf eine konzentrieren. In den ersten 5 Lebensjahren sei es noch schwierig, die persönliche Sprache der Liebe der Kinder eindeutig festzulegen, aber es lohne sich, darauf zu achten und Hinweise zu „sammeln.“ Es es aber nicht ausreichend diese rauszufinden sondern sie auch zu erlernen, grade wenn es nicht die eigene Liebessprache ist. Desweiteren stabilisiert sie die Beziehung zu unser Kindern. 

Kennst du die Liebessprache deines Partners? Und welche sprichst du? 

Auch Erwachsen verfügen über eine persönliche Liebessprache. Die 5 Sprachen der Liebe zumindest zu kennen, ist deshalb so hilfreich und nützlich, weil sie uns noch mehr dafür sensibilisieren, dass unsere Perspektive weder die einzig mögliche noch die einzig richtige ist. 

Wenn du dir noch unsicher bist welche deine Liebessprache ist,beobachte erst dich selbst und dann deine Mitmenschen: Reagieren sie auf Worte der Zuneigung? Wenn ja, auf welche? Freuen sie sich über Geschenke oder machen sie Anderen gern Geschenke? Helfen sie gern anderen Menschen oder beklagen sie sich häufig, dass ihnen niemand hilft? Worin könntest du sie unterstützen? Wollen sie gern Zeit mit dir allein verbringen anstatt in einer großen Gruppe auszugehen? Berühren sie häufig dich oder andere Menschen? 

Folgende Fragen helfen die dabei deine eigen Liebessprache zu finde: 

• Wann fühlst Du Dich wirklich geliebt? 

• Wie drückst Du Deine Liebe normalerweise aus? 

Viele Freude bei der Entdeckung deiner eigener Liebessprache und die deiner Liebsten…Sie wird dir dabei helfen, die Liebe noch intensiver zu leben und sie deinem Gegenüber so zu zeigen, dass es empfangen wird