Miteinander statt gegeneinander – Wie Familien richtig streiten

Wer mit anderen Menschen zusammenlebt, weiß: Ohne Konflikte geht es selbst oder gerade im Alltag nicht. Überall dort, wo unterschiedliche Meinungen und Haltungen aufeinandertreffen, wird diskutiert und zuweilen heftig gestritten. Streiten ist daher unvermeidbar und gehört zum Leben.

In Familien mit Kindern kommt dabei eine besondere Dynamik hinzu. Je nach Entwicklungsstufe des Nachwuchses und seiner altersentsprechenden Art, Grenzen zu testen, ändern sich die typischen Konfliktfelder. Insbesondere die Pubertät, in der die Jugendlichen sich von uns als Eltern lösen und nicht selten über die Stränge schlagen, bietet reichlich Anlässe für Auseinandersetzungen.

Und damit nicht genug… Auch als Paar kommen wir immer wieder in Streitsituationen und stehen früher oder später nicht zuletzt vor der Frage, ob wir diese vor unseren Kindern austragen sollten.

Kurz gesagt: Streiten ist einerseits normal – und andererseits wenig beliebt. Wer streitet schon gerne? Unser Streben nach Harmonie sorgt dafür, das wir Streits so oft wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Allzu leicht geraten dabei die Chancen in Vergessenheit, die in Konflikten liegen. Wenn wir Streits konstruktiv angehen und ihr Potenzial nutzen, können wir und unsere Kinder an ihnen wachsen und die Basis für ein erfülltes Familienleben schaffen. Wie du eine positive Streitkultur in deiner Familie etablieren kannst und worauf es bei einem guten Konflikt ankommt, erfährst du in den nächsten Abschnitten.

Wie streiten wir richtig?

Genau wie in anderen Bereichen gilt auch beim Streiten: Kinder lernen am Modell. Die Art und Weise wie in deiner Familie mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen wird, prägt das Verhalten deiner Kinder daher auch in anderen Kontexten und beeinflusst sein zukünftiges Konfliktverhalten.

Aus diesem Grund sollten wir als Eltern stets als gutes Vorbild vorausgehen und unseren Kinder vorleben, wie ein kultivierter Streit aussehen kann. Streitest du konstruktiv und wertschätzend mit deinem Partner oder Freunden, kann dein Kindern dabei durchaus Zeuge sein. Auf diese Weise lernt es, wie sich ein Streit aufbaut, wie man mit der Meinungsverschiedenheit umgeht und wie man im Idealfall am Ende eine gemeinsame Lösung findet.

Keine gute Idee ist es neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge hingegen, Streitigkeiten mit dem Partner bewusst vor den Kindern zu verheimlichen. Sie spüren die „dicke Luft“ schon, wenn sich der Streit unterschwellig aufbaut und geraten unweigerlich unter Spannung. Bekommen die Kinder die Austragung und Lösung des Konflikts dann nicht mit, können sie schnell falsche Schlussfolgerungen ziehen und lernen zudem nicht, wie man mit einem Konflikt umgeht. Im schlimmsten Fall entsteht bei den Kindern der Eindruck, sie wären der Grund für den Streit oder sie folgern, dass die Stabilität der Familie bedroht sei.

Lebst du bzw. lebt ihr euren Kindern dagegen regelmäßig vor, wie man Konflikte konstruktiv und wertschätzend löst, profitiert davon das ganze Familienleben. Ihr lernt die hintergründigen Bedürfnisse der anderen kennen, findet heraus, was gerade nicht gut läuft und entwickelt euch als Familie kontinuierlich weiter.

Ganz anders sieht es aus, wenn Konflikte um des vermeintlichen Friedens willens häufig heruntergeschluckt werden. Dann ist nicht nur kein ehrliches Zusammenleben möglich, sondern früher oder später folgt allzu oft der große Bruch, wenn sich die lange aufgestaute Spannung mit einem Schlag entlädt.

Auf den Punkt gebracht: Solange Streits eine produktive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen Einzelner nach sich ziehen, sind sie gut für das Zusammenleben und zeigen deinen Kindern zugleich, wie sich Konflikte konstruktiv lösen lassen.

Strategien für eine wertschätzende Streitkultur

Möchtet ihr eine solche Streitkultur in eurer Familie schaffen, helfen folgende Tipps und Fragen zur Selbstreflexion:

  • Sind wir momentan in der richtigen Verfassung, um zu einer guten Lösung zu kommen oder sollten wir die Klärung des Konfliktes auf einen späteren Zeitpunkt verschieben? Wenn ja: Wann ist dieser Zeitpunkt? Legt einen verbindlichen Termin fest!
  • Berücksichtigt dabei eure unterschiedlichen Bedürfnisse bei einem Konflikt. Von „Ich möchte gleich darüber sprechen“ über „Ich brauche erstmal Zeit“ bis hin zu „Ich brauche Raum, um mich vorübergehend zurückzuziehen“ gibt es verschiedenste Vorlieben im Umgang mit Konflikten. Wenn möglich, solltet ihr diese berücksichtigen.
  • Tretet einen Schritt zurück und fragt euch: Warum streiten wir gerade? Worum geht es uns wirklich?
  • Auch wenn es manchmal schwerfällt: Bleibt bei den Fakten und vermeidet nicht zutreffende Verallgemeinerungen. Selten tritt ein Verhalten „immer“ „nie“ oder „ständig“ auf.
  • Benutzt Ich-Aussagen. Testet, ob eurer Streitpartner nicht positiver reagiert wenn er oder sie statt dem vorwurfsvollen „Du“ ein persönliches „Ich“ hört.
  • Lasst das Wort „nicht“ weg. Die Gehirnforschung hat schon vor längerer Zeit bewiesen, dass unser Gehirn das Wort „nicht“ häufig kaum wahrnimmt und es aus vielen Aussagen einfach weggefiltert. Wenn ihr eurem Kind also nahelegt, auf dem Weg zur Schule „nicht herumzutrödeln“, dann wird es höchstwahrscheinlich nur das Wort „trödeln“ im Kopf behalten und erst recht langsam laufen.
  • Streitet in normaler Lautstärke. Schreien hilft weder euch noch eurem Gegenüber.
  • Bringt eure Emotionen auf angemessene Art und Weise zum Ausdruck. Im Gegensatz zu einem verbreiteten Irrglauben ist Fluchen per se nicht schlimm und durchaus emotional entlastend – solange der andere dabei nicht verletzt wird. Eure Aussagen sollten sich daher nur auf die Sache beziehen (z.B.: „Dieser Mist macht mich so wütend!“).
  • Vermeidet Beleidigungen und persönliche Angriffe. Dieser Punkt hängt stark mit dem vorherigen zusammen. Seid ihr auf dieser verletzenden Ebene angelangt, ist eine einvernehmliche Konfliktlösung kaum noch möglich.
  • Haltet Abstand. Jede Körperlichkeit ist im Streit tabu.
  • Streitet respektvoll und hört einander zu. Hilfreich sind dabei Fragen wie „Verstehe ich dich richtig, dass … ?“
  • Reflektiert euer eigenes Verhalten: War ich immer fair? Habe ich mich richtig verhalten? Warum trifft mich das gerade so? Warum reagiere ich so stark?
  • Antwortet sachlich auf Argumente und Vorwürfe.
  • Achtet darauf, wann ihr nur noch auf der emotionalen Ebene kämpft und die Tatsachen aus den Augen verliert. Dann ist es an der Zeit, die Diskussion vorübergehend zu beenden und sich zunächst innerlich „abzukühlen“, bevor ihr einen neuen Versuch startet. Streitet ihr stattdessen trotz hochkochender Emotionen weiter, wird eurer Konfliktpartner ebenso emotional reagieren und persönliche Beleidigungen werden immer wahrscheinlicher.
  • Blickt mit einer neuen Sichtweise auf festgefahrene Konflikte. Ihr streitet als Team über die gemeinsame Sache, statt den anderen zu bekämpfen.
  • Wechselt die Perspektive. Wie fühlt sich dein Gegenüber gerade? Wie würdet ihr euch an seiner bzw. ihrer Stelle fühlen?
  • Sucht nach gemeinsamen Wünschen und Ideen: Was wünschst du dir von mir? Was wünsche ich mir von dir? Was wünschen wir uns gemeinsam für die Zukunft?
  • Entschuldigt und versöhnt euch. Um den Streit endgültig hinter sich zu lassen, kann ein festes Versöhnungsritual in der Familie helfen. Besonders für Kinder ist dieses Ritual oftmals enorm wichtig, um wieder zum gewohnten Alltag übergehen zu können.
  • Holt euch professionelle Hilfe, wenn ihr alleine nicht weiterkommt. Familienberatungsstellen sind die richtige Anlaufstelle, wenn ein Streit zu eskalieren droht. Hier findet ihr Experten, die euch helfen, wieder zueinander zu finden.
  • Und nicht zuletzt: Vorbeugen ist auch beim Streiten besser als Heilen. Wenn ihr im Vorfeld klären könnt, was jedes einzelne Familienmitglied braucht, fällt es euch im Konfliktfall leichter, auf eben diese Bedürfnisse einzugehen und einen gemeinsamen Weg zu finden. Auf dieser Basis findet ihr wesentlich einfacher zu einem wertschätzenden und entspannten Gesprächsklima.

Anmerkung: All diese Punkte gelten sowohl für den Streit mit dem Partner als auch für Konflikte mit den Kindern.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Umsetzung!

Eine Reise zu unserem Ego

Inspiriert von einem Vortragsabend von Eckhart Tolle schreibe ich heute über ein Thema, mit dem wir uns als Eltern in der Regel nicht gerne beschäftigen: der Frage nach unserem Ego in Bezug auf die Elternschaft.

Vorab möchte ich klarstellen, dass dieser Beitrag dich keineswegs belehren soll. Stattdessen möchte ich zum Nachdenken anregen und neue Wege eröffnen, wie wir unsere Elternrolle auch in diesem Punkt mit uns selbst im Reinen füllen können. Heute bin ich unheimlich dankbar, dass ich meine Kinder auf Augenhöhe begegnen kann und sich unsere Beziehung auf unterschiedliche Art transformiert hat. Genau dazu möchte ich dir Impulse geben.

Warum sind wir eigentlich Eltern geworden?

Hast du dich schon mal gefragt, warum ihr Kinder habt? Was war der wichtigste Grund für diese weitreichende Entscheidung? Die (ehrlichen) Antworten auf diese Fragen können denkbar vielfältig sein:

  • Geht es darum, eigene Bedürfnisse zu befriedigen?
  • Möchtest du es besser als deine eigenen Eltern machen?
  • Sollen Probleme in der Partnerschaft durch die Kinder gelöst bzw. überspielt werden?
  • Suchst du nach dem Gefühl, vorbehaltlos geliebt zu werden?
  • Lasten die Erwartungen von Familien und Freunden auf dir?
  • Spürst du gesellschaftlichen Druck, weil man als moderne Frau Kind und Job vereinen sollte?
  • ….

Der Wunsch, Eltern zu werden, entsteht meiner Erfahrung nach häufig aus einem dieser im Grunde egoistischen Gefühle heraus. Auch bei mir war das so.

Die Konsequenzen unserer egoistischen Entscheidung …

Die Folgen einer rein oder vorwiegend auf egoistischen Gefühlen basierenden Elternschaft können allerdings gravierend sein. Letztendlich benutzen wir unsere Kinder, um unsere persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, unser gebrochenes Selbst zu heilen, uns selbst wertvoll und kompetent zu fühlen oder fremden Erwartungen gerecht zu werden – und das spiegelt sich in unserem Verhalten gegenüber den Kindern.

Wir …

  • … drängen sie in Rollen, die nicht die ihren sind und zwingen sie, sich zu verstellen.
  • … verlangen von ihnen, in unsere Welt einzutreten und versperren ihnen die Möglichkeit, ihre eigene Welt zu erobern.
  • … dominieren sie und vermitteln, dass wir sowieso alles besser wissen.
  • … bestimmen über wesentliche Entscheidungen, die unsere Kinder selbst treffen können und sollen – angefangen bei den Hobbys bis hin zum späteren Beruf. Welche Kompetenzen unsere Kinder wirklich mitbringen und welche Wünsche sie hegen, gerät dabei allzu schnell in Vergessenheit.
  • … versuchen, unsere Vorstellungen von Erfolg und Erfüllung auf unsere Kinder zu übertragen. Ob sie diese teilen, wird oft nicht berücksichtigt.

Aus genau diesem Verhalten ergibt sich einerseits für uns und andererseits für unsere Kinder ein Teufelskreis, in dem alle nur verlieren können.

Für uns entsteht zunächst einmal der tägliche Kampf, unsere Kinder – wenn nötig auch gegen deren offenen oder versteckten Widerstand – auf dem von uns vorgesehenen Weg zu halten. Gelingt uns dies nicht, fühlen wir uns als Versager und suchen unter Umständen (mehr oder weniger bewusst) verzweifelt nach Möglichkeiten, den Willen unserer Kinder doch noch zu brechen.

mit schwerwiegenden Folgen für das ganze Leben

Unsere Kinder haben dementsprechend zwei Möglichkeiten, zu reagieren:

Entweder sie unterwerfen sich unseren Vorstellungen und verleugnen damit einen Teil ihrer Persönlichkeit. Unsere Kinder entwickeln sich so zu Menschen, die wir in ihnen sehen wollen und nicht zu den Personen, die sie wirklich sind. Die Folge sind oftmals lebenslange Unzufriedenheit und innere Unruhe.

Oder sie widersetzen sich unseren Vorgaben und werden in der Folge Tag für Tag mit unserer mehr oder weniger deutlichen Ablehnung konfrontiert. Diese Ablehnung signalisiert unseren Kindern wiederum, dass sie, so wie sie sind, nicht in Ordnung sind, den Erwartungen nicht genügen und unsere Ansprüche nicht erfüllen (können). Diese Gefühle können das Selbstvertrauen massiv schädigen…

Vom Ego zur ehrlichen Selbsterkenntnis

„Halt, Stopp!“, wirst du jetzt vielleicht sagen. Ich bin Mutter/Vater aus Leidenschaft, ich liebe mein Kind und ich tue alles, damit es glücklich ist. Wo ist da Platz für mein Ego?

Denkt man länger darüber nach, erscheint die Sache allerdings nicht mehr so einfach. Ist die Liebe zu deinen Kindern wirklich bedingungslos, kontroll- und angstfrei?

Meiner Ansicht nach ist Elternschaft grundsätzlich „verzwickt – tricky“. Einerseits lieben, beschützen und dienen wir unseren Kindern. Andererseits haben wir alle Pläne und Ideen im Kopf, wie sie sich entwickeln sollen und was wir uns für sie wünschen.

Genau in diesem Zwiespalt steckt die Gefahr, die uns Tag für Tag in der Erziehung begleitet.

Wer hat seinen Kindern nicht schon einmal etwas übergestülpt, dass nicht wirklich von Ihnen kam? Wer kontrolliert nicht, ob das Verhalten seiner Kinder den persönlichen Anforderungen genügt?

Hinzu kommen nicht zuletzt die Erfahrungen aus unserer eigenen Kindheit. Wurden wir selbst nicht genauso erzogen? Haben wir uns selbst nicht auch zeitweise schwach und ohnmächtig gegenüber unseren Eltern gefühlt? Haben wir den Kontakt zu unserem wahren Selbst womöglich auch verloren? Wir definieren unsere Identität über unsere Beziehungen, unseren Job, unsere Besitztümer und unser Geld… Haben wir unseren Job vielleicht deshalb gewählt, weil unsere Eltern uns mehr oder weniger offen dazu gedrängt haben – und dabei unsere Kindheitsträume außer Acht gelassen?

Die Elternschaft als Chance zur Befreiung

Mit unserer Elternschaft haben wir die einmalige Gelegenheit, all diese Einschränkungen und scheinbaren Selbstverständlichkeiten unseres Lebens hinter uns zu lassen. Auf der gemeinsamen Reise mit unseren Kindern können wir weg vom ewigen Kampf hin zum zufriedenen „Fließen“ gelangen und uns von unserem Ego befreien. Lässt du dich einmal auf dieses Abenteuer ein, ist es im Grunde nicht schwer:

  • Akzeptiere deine Kinder, so wie sie sind.
  • Sehe, höre und verstehe, was sie wirklich wollen und brauchen.
  • Respektiere die Bedürfnisse, Ängste und die gesamten Persönlichkeiten deiner Kinder auf Augenhöhe.
  • Mache ihnen immer wieder deutlich, dass sie gut sind, so wie sie sind.

Für unsere Kinder und für uns

Können diese Veränderungen im Verhalten und unseren Einstellungen gegenüber unseren Kindern nicht auch für uns der Schlüssel sein, uns selbst endlich anzunehmen?

Kinder sind noch mit sich im Reinen – frei vom Ego, frei von gesellschaftlichen Etiketten und frei von der Bewertung Außenstehender. Genau auf diesem Weg können wir sie bestärken und begleiten, damit sie nicht – wie wir – viele Jahre auf der Suche nach sich selbst verbringen müssen. Was unsere Eltern wahrscheinlich nicht wussten und wofür sie dementsprechend auch keine Schuld tragen, können wir besser machen.

Was wird passieren, wenn wir uns von unserem Ego frei machen und sie zu den Erwachsenen hinbegleiten, die sie wirklich sind? Finden wir es heraus!

Resilienz – wie wir unsere Kinder stärken können

„Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles gelingen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.“ – Antoine des Saint-Exupéry

Resilienz meint die Fähigkeit, Herausforderungen als solche anzuerkennen, gezielt Lösungen zu finden und später gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

  • Stress, Zeit- und Leistungsdruck sowie viele andere Herausforderungen, die mit Gefühlen wie Traurigkeit, Angst und Wut einhergehen, gehören heute zum Alltag unserer Kinder.
  • Bereits in der Grundschule wird ein hohes Maß an Selbständigkeit, Struktur und Wissen verlangt.
  • Der Terminplan unserer Kinder ist vielfach bereits im Kindergarten prall gefüllt und lässt kaum Zeit, um sich zu „langweilen“.
  • Ein ungesunder Perfektionismus, der in unserer Gesellschaft zunehmend Verbreitung findet, setzt Jung und Alt unter Stress.
  • Gesellschaftliche Veränderungsprozesse beschleunigen sich immer mehr und der Druck, den ständig steigenden Anforderungen gewachsen zu sein, wächst stetig.
  • Immer häufiger finden wir uns in einer Art Spagat zwischen den wachsenden äußeren Anforderungen und unseren inneren Bedürfnissen wieder.

All diese Schlaglichter auf unser Leben und das Leben unserer Kinder haben eines gemeinsam: Sie können Menschen jeden Alters aus der eigenen Balance bringen. Die Folgen sind gravierend: Eine dauerhafte Schieflage kann uns krank machen und unser zufriedenes Leben erheblich gefährden.

Möchten wir dieser Gefahr entgehen und trotz zahlreicher Herausforderungen im Einklang mit uns selbst leben, dürfen wir Dysbalancen nicht nur bewusst wahrnehmen, sondern sie auch gezielt angehen und immer wieder zurück zu unserem persönlichen Gleichgewicht finden.

Resilienz – der moderne Begriff für unsere innere Widerstandskraft

Was hilft uns dabei? Und warum gelingt es einigen Menschen scheinbar problemlos, mit Misserfolgen umzugehen, während andere lange Zeit mit ihrem Schicksal hadern? Eine wesentliche Antwort finden wir in unserer eigenen Widerstandskraft, die in der modernen Forschung unter dem Stichwort „Resilienz“ untersucht wird.

Die Widerstandsfähigkeit der Seele ist ein relativ neues Forschungsgebiet. Begonnen hat die Resilienzforschung auf der hawaiianischen Insel Kauai. Die amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy E. Werner und ihre Kollegin Ruth Smith wollten untersuchen, wie sich schwierige Startbedingungen in der Kindheit auf das spätere Leben auswirken. Dabei zeigte sich, dass ein Drittel der Kinder trotz erschwerter Bedingungen zu lebenstüchtigen Erwachsenen heranwuchs, während die anderen Kinder zeitlebens Probleme hatten. Aus diesen Ergebnissen schlossen die Wissenschaftler, dass es bestimmte seelische Schutzfaktoren, die uns bei der Bewältigung von belastbaren Situationen helfen, geben muss.

Nach der Auswertung zahlreicher weiterer Studien zum Thema ist die Forschung mittlerweile zu zentralen Erkenntnissen über das Phänomen der Resilienz, also der seelischen Widerstandsfähigkeit, gelangt.

Resilienz ist demnach nicht angeboren, sondern wird im Laufe des Lebens erlernt. Abhängig von der Zeit, den gegebenen Lebensumständen und der Persönlichkeit des Einzelnen kann sie sich unterschiedlich stark entwickeln. Je nach aktueller Situation ist dabei kein Mensch immer gleich widerstandsfähig.

Auf dem Weg zu einer starken Persönlichkeit – So können wir Resilienz fördern

Was heißt das nun für uns Eltern und wie können wir unseren Kindern helfen, eine starke Resilienz zu entwickeln?

In der Resilienzforschung wurden einige Faktoren bestimmt, die besonders zu einem gesunden Leben und zu einer starken Widerstandskraft beitragen. Die Studie zeigt auf, was resiliente Kinder auszeichnet:

  • Fehler dürfen sein, gehören zu ihrem Lernprozess und bringen sie letztlich voran.
  • Sie holen und finden Hilfe und Unterstützung bei ihren Eltern, bei Erziehern, Lehrern, Freunden etc.
  • Sie warten nicht ab, sondern übernehmen selbst Verantwortung für ihr Handeln.
  • Sie nehmen Herausforderungen an und setzen sich aktiv mit Schwierigkeiten auseinander.
  • Dabei sind sie optimistisch, dass sie Probleme meistern können und schwierige Situationen vorbei gehen.
  • Sie glauben an ihre eigene Kontrollmöglichkeiten und akzeptieren ihre Grenzen.
  • Sie können ihre negativen Emotionen kontrollieren und sie angemessen zum Ausdruck bringen (ohne zu „explodieren“).
  • Sie sorgen für sich und achten auf ihre Bedürfnisse.
  • Sie können negative Gefühle annehmen und in positive Emotionen umwandeln.

Hat dein Kind entsprechende Erfahrungen gesammelt und damit die notwendigen Überzeugungen gewonnen, empfindet es stressige Ereignisse und problematische Situationen nicht primär als Belastung, sondern vielmehr als positive Herausforderung.

Um genau diese Einstellungen als Basis einer hohen Resilienz zu fördern, sollten wir als Eltern bei der Erziehung vor allem auf die Entwicklung folgender Kompetenzen Wert legen:

  • Problemlösefähigkeiten und Konfliktlösestrategien
  • Eigenaktivität und persönliche Verantwortungsübernahme
  • Selbstwirksamkeit und realistische Kontrollüberzeugungen
  • positive Selbsteinschätzung des Kindes
  • hohe Selbstregulationsfähigkeiten
  • Empathie und soziale Perspektivenübernahme
  • angemessene Strategien zur Stressbewältigung

Folgende Fragen können dir dabei helfen, deinen Erziehungsstil in Bezug auf das Thema Resilienz zu reflektieren und neue Möglichkeiten zu ergründen:

  • Bin ich ein positives Vorbild?
  • In welchem sozialen Umfeld bewege ich mich?
  • Wie gehe ich mit meinen eigenen Gefühlen um?
  • Welche Konfliktlösestrategien nutze ich?
  • Ist mein Erziehungsstil von gegenseitiger Wertschätzung geprägt?
  • Kommuniziere ich offen, zugewandt und positiv mit meinem Kind?
  • Welche Werte leben wir innerhalb der Familie?
  • Wie erziehe ich – lobe und ermutige ich mein Kind ausreichend?

Resilienz im Alltag – so profitieren unsere Kinder

Für unser Familienleben stellt das Wissen um resilienzunterstützende Faktoren eine große Chance dar! Wir können unsere Kinder trotz aller Anstrengungen nicht vor negativen Erfahrungen beschützen – aber wir können ihnen möglichst viel Kraft und die nötigen Ressourcen mitgeben, um schwierige Situationen erfolgreich zu meistern und sie für das ganze Leben zu stärken.

Mache ich auch alles richtig? -Unsicherheiten in der Erziehung

Je bewusster die Entscheidung für ein Kind, desto höher sind meist die Ansprüche an das eigene Erziehungshandeln. Man liest Erziehungsratgeber, diskutiert in Foren über den richtigen Umgang mit dem Kind und saugt begierig alle verfügbaren Informationen auf. Doch die gewünschte Erleichterung und Bestätigung bleibt oft aus. Stattdessen tritt sogar oft das genaue Gegenteil ein: Wir werden immer unsicherer. Warum ist das so? Und wie kommen wir aus diesem negativen Kreislauf heraus?

Grundlegende Fragen mit weitreichenden Konsequenzen

Die grundlegende Ursache für unsere Unsicherheit in Erziehungsfragen sehe ich in der großen Verantwortung, die wir mit der Erziehung eines Kindes übernehmen. Bereits vor der Geburt beschäftigen wir uns vielfach und aus gutem Grund mit dem großen Ganzen. Wie können wir unsere Kinder zu selbstbewussten und zugleich gesellschaftsfähigen Individuen erziehen, die als Erwachsene ihren zufriedenen Platz im Leben finden? Was genau sollen oder müssen wir dafür im Einzelnen tun? Wessen Rat können wir vertrauen und was hilft uns persönlich weiter?

Ausgehend von diesen Aspekten kommen uns zudem schnell weitere Fragen in den Sinn, die unsere grundsätzliche Identität als Eltern berühren: Welche Art von Eltern wollen wir sein? Und welche Art von Kindern wird dabei herauskommen?

Unsicherheiten bei der Erziehung – ein Phänomen der heutigen Zeit?

Was mich in diesem Zusammenhang, seit ich selbst Mutter bin, immer wieder beschäftigt, sind die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Gibt es bestimmte Gesellschaftsstrukturen, die Elternschaft heutzutage schwieriger erscheinen lässt als in früheren Jahrzehnten?

Meiner Einschätzung nach haben Epochen-spezifische Dynamiken einen großen Einfluss auf unser Erleben und Wahrnehmen der Elternrolle. In den letzten Jahren hat sich, beeinflusst durch moderne technische Entwicklungen und gesellschaftliche Strömungen, viel verändert. Zur Illustration möchte ich hier einige Schlagworte nennen:

  • Wir kommunizieren anders. Social-Media, Eltern-Communities und Foren eröffnen uns neue Möglichkeiten und erweitern unseren Horizont, können aber auch schnell zu Überforderung führen.
  • Unsere Anforderungen an uns selbst und gleichzeitig die der Gesellschaft wachsen. Während Kinder früher wie selbstverständlich zu jeder Familie gehörten, wird die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs heute sehr bewusst getroffen. Dementsprechend viel erwarten wir von uns und erwartet auch unser Umfeld von unseren Kindern.
  • Kinderrechte gewinnen an Bedeutung. Keine Frage: Auch in den vergangenen Jahrzehnten sorgten sich Eltern mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften darum, dass es ihren Kindern gut geht. Im Zuge der Debatte um Kinderrechte hat sich das Bild von den Bedürfnissen unserer Kinder allerdings stark gewandelt. Im Gegensatz zu früher konzentrieren wir uns sehr viel stärker auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit unserer Kinder.
  • Familiäre Strukturen sind im Wandel. Das Bild von der idealen Familie mit Vater, Mutter und Kind ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Anstelle dessen ist ein plurales „bunteres“ Familienbild getreten, das unterschiedlichste Konstellationen einschließt. Wie die „neue Familie“ konkret gelebt werden soll, bleibt allerdings oftmals unklar.
  • Die Weitergabe von Erfahrungen und Wissen über Generationen hinweg ist heute selten geworden. Viele Eltern wohnen weit weg von ihren Verwandten oder möchten bewusst andere Wege in der Erziehung gehen. Die Orientierung gebende Funktion der Großeltern entfällt daher zumeist.
  • Wir vergleichen uns mit anderen Eltern. Schläft dein Kind schon durch oder ist es gar schon sauber? Was mit harmlosen Fragen anfängt, kann uns schnell extrem verunsichern oder sogar zu einem regelrechten Wettbewerb unter Eltern führen. Dieser Konkurrenzkampf kann im schlimmsten Fall unsere Beziehung zum Kind stark belasten.
  • Wir werden von Informationen nahezu überflutet. Unzählige Elternratgeber mit teilweise widersprüchlichen Aussagen (z.B. quengeln lassen oder sofort ins eigene Bett holen bei Schlafproblemen) – auf den ersten Blick sind wir heute so gut informiert wie keine Generation zuvor. Hinzu kommen nicht zuletzt spätestens beim Besuch der Krippe oder des Kindergartens in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen „Entwicklungsgespräche“ – mit entsprechenden Folgen: Wir fühlen uns einfach überfordert und stehen scheinbar unter Zugzwang, immer und sofort alles richtig machen zu müssen. Gleichzeitig verlieren wir viel von unserer Spontaneität und misstrauen leider auch zunehmend unserer Intuition.
  • Werte und Normen in unserer Gesellschaft sind nicht mehr klar vorgegeben. Für welche Werte sollen unsere Kinder später mal eintreten? Welche Wertvorstellungen sollen ihr Leben prägen? Die Antworten auf diese Fragen stehen heute nicht mehr im Vorhinein fest. Stattdessen können bzw. müssen wir selbst entscheiden, welche Werte wir vermitteln und in der Folge welchen Erziehungsstil wir wählen möchten. Das eröffnet uns einerseits Freiheiten, stellt uns aber andererseits vor die Herausforderung, den richtigen Weg selbst zu finden.

Wege aus der Unsicherheit

Wie können wir trotz dieser vielfältigen Hindernisse zu einer sicheren Elternrolle finden?

  • Zuallererst möchte ich dich beruhigen. Dass Eltern eine gewisse Unsicherheit in sich tragen, ist völlig normal und auch vollkommen in Ordnung. Um zu einer sicheren Elternrolle zu finden, müssen wir diese Unsicherheit daher zuerst einmal akzeptieren und für uns einfach annehmen.
  • Im zweiten Schritt geht es dann darum, unsere vorhandenen Kompetenzen und Stärken bewusst wahrzunehmen und zu nutzen. Als Eltern verfügen wir doch über ein intuitives Gespür dafür, was unser Kind wirklich braucht. Nehmen wir uns also genügend Zeit und Muße, diese Fähigkeiten wieder in unser Bewusstsein zu rufen, damit wir  einen neuen Zugang zu unserem Kind finden können.
  • Egal ob im Kindergarten oder in der Schule, beim Gespräch mit pädagogischem Fachpersonal erhalten wir wertvolle Anregungen, lernen Dinge aus einem anderen Blickwinkel kennen und können neue Möglichkeiten des Umgangs mit Erziehungsfragen erkunden. Wir müssen und sollten nicht blind allem vertrauen, was uns die „Profis“ erklären – doch offene und ehrliche Gespräche können uns und auch das Personal wesentlich weiterbringen. Wichtig: Niemand kennt unser Kind so gut wie wir selbst. Als Experte für unser Kind können wir daher auch dem Personal wichtige Anregungen für die tägliche Arbeit geben. Je offener du über deine Familie sprichst, desto mehr profitieren beide Parteien.
  • Unterstützung und Anregung(en) von Außenstehenden kann uns helfen, unseren Aufgaben als Eltern noch besser gerecht zu werden. Kommen wir alleine nicht weiter, sollten wir uns daher nicht scheuen, auch Hilfe von Erziehern, Lehrern oder Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen.

Wie du bewusste Elternschaft leben kannst

Rückblickend auf meine vergangenen 12 Jahre als Mutter empfinde ich das Elternwerden und -sein als das Wichtigste und zugleich die größte Herausforderung meines Lebens.

Gerade in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensmonaten unserer Kinder haben wir dabei oft mit großen Unsicherheiten zu kämpfen. Wir haben keine klare Vorstellung, wie wir unsere Aufgaben als Eltern erfüllen möchten und können, wir sind uns unsicher über unsere persönlichen Familienziele und die Werte, die wir unseren Kinder mitgeben möchten.

Hinzu kommen nicht zuletzt die Fragen nach der praktischen Umsetzung. Welche Erziehungswege uns und unsere Kinder ans Ziel führen, lässt sich im Vorhinein nicht eindeutig sagen.

Kann ich diese Unsicherheit vermeiden oder reduzieren?

Zuallererst möchte ich an dieser Stelle eines klarstellen: Es geht mir hier nicht um einen konkreten Plan oder ein ausgefeiltes Konzept mit passenden „Rezepten“ für jede Alltagssituation. Allgemeine Erziehungstipps und Ratschläge lassen sich nicht verallgemeinern. Jedes Kind reagiert anders und auch du darfst deinen eigenen Stil finden, um deine Mutter-Vaterrolle zufrieden leben zu können. Ob du in deinem Verhalten authentisch bist, spürt dein Kind – und wird entsprechend reagieren.

Im Laufe der ersten Lebensjahre werden deine Kinder dich vielfach eines Besseren belehren, dich immer wieder vor neue Herausforderungen stellen und dein Profil als Mutter/Vater im besten Fall von Situation zu Situation stärken. Auch mein pädagogisches Konzept haben meine Kinder im Laufe der Zeit mehrfach über Board geworfen und ihren eigenen Plan gelebt.

Sind wir damit zwangsläufig schlechte Eltern?

Diese Frage kann ich eindeutig verneinen. Die uneingeschränkte Liebe zu unseren Kindern und unser Bemühen, ihren Bedürfnissen Tag für Tag gerecht zu werden, stehen über allem.

Doch gleichzeitig dürfen wir uns bewusst sein, dass unsere Kinder einen hohen Preis für unsere Unbewusstheit und fehlende Rollenklarheit zahlen.

Was ich damit meine, möchte ich dir mit einigen Schlagworten zeigen:

  • Wir schaffen emotionale Abhängigkeiten, die die freie Entfaltung unserer Kinder erheblich behindern.
  • Wir geben unseren Kindern vor, wie sie sich verhalten sollen und unterdrücken damit ihre eigenen Ideen und Bedürfnisse.
  • Wir missbrauchen unsere Macht und glauben, das Heranwachsen unser Kinder in allen Punkten steuern zu müssen. Auch auf diese Weise stören wir ihre individuelle Entwicklung.

Kurzum:

Wir streben danach, unsere Kinder nach unseren Wünschen zu formen.

Zeigen unsere Kinder dann vermeintlich „auffälliges“ Verhalten (ausgenommen sind selbstverständlich medizinische Defizite), das wir nicht nachvollziehen können, wenden wir uns schnell an eine Beratungsstelle. Von dort erhoffen wir meist die umgehende Bestätigung unserer Einschätzung. Getreu dem Motto „Wir sind nicht verantwortlich“ sollen die Fachleute es richten und unser Kind möglichst schnell therapieren.

Warum wir diesen bequemen Weg gehen, lässt sich leicht erklären: Suchen wir die „Schuld“ beim Kind, müssen wir uns selbst nicht mit unseren möglichen Fehlern auseinandersetzen und können scheinbar weitermachen wie bisher.

Wie kann ich in den Prozess der bewussten Elternschaft eintreten?

Möchtest du einen anderen Weg gehen und bei Herausforderungen gemeinsam mit deinem Kind nach Lösungen suchen, ist die bewusste Elternschaft der Schlüssel zu einer nachhaltigen Veränderung.

Wichtig: Es ist nie zu spät, diesen Prozess zu beginnen und er ist grundsätzlich nie ganz abgeschlossen. Wenn wir unsere Ideen, unsere Emotionen und unser Ego beiseite legen und somit einen „psychischen Tod“ sterben, können wir mit unseren Kindern neu geboren werden. Diese Möglichkeit haben wir jeden Tag aufs Neue.

Die ersten Schritte der bewussten Elternschaft

1. Akzeptiere dich mit all deinen Stärken und Schwächen. Diese Leitsätze helfen dir dabei:

Ich bin ein Mensch, bevor ich Mutter oder Vater werde/ wurde.

Ich akzeptiere meine eigenen Einschränkungen und Schwächen.

Ich akzeptiere, dass ich nicht immer den richtigen Weg weiß.

Ich akzeptiere, dass ich mein Bestes versuche – auch wenn ich nicht immer Erfolg habe.

Wahrscheinlich gibt es noch weitere Punkte, die du hier für dich ergänzen kannst.

2. Beantworte die folgenden Fragen, um auf deiner Reise in die bewusste Mutter-/Vaterrrolle voranzuschreiten:

  • Wie kann ich zu der Mutter oder dem Vater werden, die/den mein Kind verdient?
  • Wie kann ich meine Kinder bewusst begleiten und ihnen das geben, was sie tatsächlich benötigen?
  • Wie kann ich trotz der Angst vor Veränderungen/ Transformation wachsen?
  • Wie beeinflusst meine eigene Erziehung mein jetziges Handeln und von welchen prägenden Erfahrungen aus meiner Kindheit möchte ich bewusst Abstand nehmen?
  • Wie war die Beziehung zu meinen Eltern und welchen Einfluss haben meine Erfahrungen heute auf meine Elternrolle?

Deine individuellen Antworten helfen dir dabei, deine Elternrolle bewusster zu (er)leben und selbst zu gestalten.

3. Lass dich mit ganzem Herzen auf die anstehenden Veränderungen ein.

Das bewusste Elternsein ist ein transformierender Zustand, der alle Familienmitglieder prägt und deren Wirkung weit über das Heranwachsen der Kinder hinausgeht.

In diesem Prozess waren und sind meine Kinder für mich die größten „Lehrmeister“. Sie haben mich zu der Mutter gemacht, die ich heute bin. Kein Erziehungsratgeber kann dir das lehren, was deine Kinder Tag für Tag leben. Lässt du dich voll und ganz auf ihre individuellen Persönlichkeiten mit all ihren Stärken und Schwächen ein, bist du auf dem besten Weg, zur bewussten Elternschaft zu gelangen. Deine eigenen Veränderungen werden auf dieser Basis langfristig auch deine Kinder verändern.

Zum Abschluss: In diesem Prozess geht es nicht darum, das Zepter an die Kinder abzugeben. Stattdessen gilt es hinzuhören, deinen Kindern eine grundsätzliche Achtung und Respekt entgegenzubringen und für sie und ihre Bedürfnisse stets präsent zu sein. Dabei solltest du selbstverständlich feste Grenzen setzen und Disziplin einfordern.